Unser System der sozialen Sicherheit ist alles in allem genommen gut; es sollte daher nicht geändert, sondern ausgebaut werden. Zu diesem Ergebnis kommt die Sozialenquete, die nach zweijähriger Arbeit nun der Bundesregierung vorgelegt worden ist. Die fünf Professoren, die an der Untersuchung gearbeitet haben, geben auf den 354 eng bedruckten Seiten zugleich eine Fülle von Anregungen, was zum Ausbau der sozialen Sicherheit noch getan werden sollte. Da ist von einer Ausdehnung der gesetzlichen Altersversicherung auf alle Erwerbstätigen, ob selbständig oder unselbständig, die Rede. Für die Krankenversicherung wird die Einführung einer Selbstbeteiligung empfohlen.

Über die einzelnen Vorschläge der Untersuchung wird zu gegebener Zeit gesprochen werden müssen. Und auch darüber, daß in der Enquete die vom Bundeskanzler gewünschte „Sozialpolitik aus einem Guß“ nicht bewußt angestrebt worden ist. Es gebe für diesen ganzen Kreis von Problemen, Zielkonflikten und Koordinierungsaufgaben keine Ideal- oder Patentlösungen, meinen die Professoren. Und es sei auch unmöglich, in der Praxis Wirtschafts- und Sozialpolitik in einem einheitlichen System zusammenzufassen. Möglich und erfolgversprechend sei aber eine laufende Abstimmung dieser beiden Bereiche. Das ist in der Tat dringend notwendig.

sm