Wo kauft die deutsche Hausfrau ein? Diese Frage versucht unser Schaubild, das sich auf eine Erhebung des Statistischen Bundesamtes aus den Jahren 1962/63 stützt, zu beantworten. Immer noch überwiegend im traditionellen Ladengeschäft – diesen Schluß kann man auf den ersten Blick ziehen. Denn selbst bei Bekleidung, wo die Warenhäuser die größten Erfolge haben, finden immer noch 53 Prozent der Käufer den Weg zum normalen Einzelhändler. Und nur acht Prozent der befragten Haushalte kauften ihre Lebensmittel überwiegend in Supermärkten oder Warenhäusern, 87 Prozent jedoch im „Laden an der Ecke“. Wer ständig vom Strukturwandel des Einzelhandels liest und hört, der mag jetzt stutzig werden. Aber was hier erfaßt ist, das ist nicht Umsatz der Einzelhandelsgruppen, sondern die Häufigkeit der Einkäufe. Wenn das Rentnerehepaar dem alten Stammgeschäft die Treue hält und die Familie mit den drei Kindern den Supermarkt bevorzugt, dann hat das für die Statistik in diesem Fall gleiches Gewicht, obwohl die Umsätze sehr verschieden sind. Oder nehmen wir das Beispiel einer großen Familie, die einmal in der Woche einen Großeinkauf im Supermarkt macht, im übrigen aber die Kleinigkeiten des täglichen Bedarfs in den Läden der Nachbarschaft kauft. Hier überwiegt dann statistisch das herkömmliche Ladengeschäft. Dennoch läßt sich bei allem Vorbehalt sagen, daß die traditionellen Vertriebsformen ihre wichtige Funktion zwar teilweise eingebüßt, sie jedoch nicht verloren haben. Das Statistische Bundesamt zieht aus der Erhebung einen weiteren Schluß: Manipulierte Preise und Handelsspannen bedrohen die Stellung des Einzelhandels als Endlieferant. Der hohe Anteil des Großhandels bei Elektrogeräten ist dafür ein eindeutiger Beweis.