Sechs Prozent mehr Lohn

Nach Angaben des Bundesarbeitsministeriums wurden im ersten Halbjahr 1966 für mehr als neun Millionen Arbeiter und Angestellte in der privaten Wirtschaft und im öffentlichen Dienst neue Lohn- und Gehaltstarife abgeschlossen. Im groben Durchschnitt lag das Ausmaß der tariflichen Lohn- und Gehaltserhöhungen etwas über sechs Prozent. Die Laufzeiten der Tarifverträge – abgesehen von der metallverarbeitenden Industrie (18 Monate) und dem öffentlichen Dienst (15 Monate) gingen meist nicht über zwölf Monate hinaus. Als Folge der konjunkturellen Abschwächung sowie der damit zusammenhängenden leichten Auflockerung der angespannten Arbeitsmarktsituation haben sich die Erhöhungen der Effektivverdienste in der Industrie laufend ermäßigt (Januar 1964 bis Januar 1965: + 10,6 Prozent; Januar 1965 bis Januar 1966: 6,9 Prozent).

Wo sie steigen

Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung hat in einem Konjunkturbericht den Anstieg der Lebenshaltungskosten untersucht, der im letzten Jahr mit 4,5 Prozent sehr hoch lag, sich in den letzten Wochen aber erfreulicherweise abgeschwächt hat. Das Institut kam zu dem Schluß, daß der Preisanstieg zur Hälfte auf die Verteuerung der Nahrungs- und Genußmittel, zu einem Viertel auf die Erhöhung der Mieten sowie die Anhebung der Verkehrstarife und zu einem weiteren Viertel auf die Steigerung der Preise für die übrigen Dienstleistungen und für alle Industriewaren zurückzuführen sei.

Bund und Länder nahmen mehr ein

Bund und Länder haben im ersten Halbjahr 1966 47,6 Milliarden Mark an Steuern eingenommen. Das sind 9,7 Prozent mehr als in den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres. Während der Bund mit 30,4 Milliarden Mark 9,4 Prozent mehr einnahm, erhöhte sich das Länderaufkommen um 10,4 Prozent auf 17,2 Milliarden Mark. Das Bundesfinanzministerium erwartet, daß bis zum Jahresende das Steueraufkommen die Vorausschätzungen decken wird. Mehreinnahmen bei der Lohn- und Einkommensteuer müßten dabei Ausfälle bei der Körperschaftsteuer ausgleichen.

Botschafter als Reeder

Gilbert Grandval, ehemaliger Oberkommissar und später Botschafter im Saarland, wurde als Präsident der zweitgrößten Reederei Frankreichs, der Messageries Maritimes, berufen. Nach dieser Ernennung durch die französische Regierung wird in Paris erwartet, daß die Messageries Maritimes mit der größten französischen Reederei, der Companie Generale Transatlantique, fusioniert. Die beiden staatlichen Gesellschaften, die auf verschiedenen Sektoren schon zusammenarbeiten, würden dann die größte Reederei Europas bilden.