Bei den Beratungen über den Bundeshaushalt 1967 stehen auch die Zinssubventionen wieder im Kreuzfeuer des Meinungsstreits. Im Grundsatz sind sich nahezu alle Politiker darüber einig, daß sie angesichts der Lage am Kapitalmarkt überhaupt nicht in die Landschaft passen, ja, daß sie an dessen Misere zu einem nicht gelinden Teil mitschuldig sind.

Es zeigt sich indessen, daß es sehr viel leichter ist, einem Grundsatz zuzustimmen, als im Detail danach zu handeln. Wer dem Wohnungsbau verbunden ist, meint natürlich, hier müßten Zinsverbilligungen weiterhin bestehen bleiben; und die Agrarpolitiker halten für die Landwirtschaft das gleiche für angebracht. Es soll nach dem Motto gehandelt werden: "Wascht anderen den Pelz, aber macht meine Wähler nicht naß."

Es geht nicht darum, alle Zinsverbilligungen mit einem Strich aus der Welt zu schaffen. Sie haben in Einzelfällen noch immer ihre Berechtigung. Trotzdem müssen sie gerade dort besonders kritisch überprüft werden, wo die Gefahr von Fehlinvestitionen mit staatlicher Unterstützung besteht. Und dazu gehört auch die Landwirtschaft. j. e.