Verglichen mit den Goldbeständen der anderen westlichen Industrieländer sind die Reserven der USA immer noch gewaltig. Aber sie sind in den vergangenen Jahren stark zusammengeschmolzen. Wegen der ständigen Zahlungsbilanzdefizite der USA sind in jedem Jahr hohe Dollarbeträge an das Ausland abgeflossen. Soweit die Notenbanken der Partnerländer nicht bereit waren, diese Dollar in ihre Devisenreserven aufzunehmen, mußte die amerikanische Bundesbank sie in Gold eintauschen. Gold spielt zwar heute als innerstaatliches Zahlungsmittel keine Rolle mehr, im internationalen Verkehr hat es dagegen immer noch die Funktion, dort für den Ausgleich zu sorgen, wo die gegenseitigen Leistungen beim Import und Export sich wertmäßig nicht ausgleichen. Unter den Ländern, die ihre Goldbestände seit 1958 erhöhen konnten, nimmt Frankreich eine Sonderstellung ein. Während es 1958 noch die geringsten Goldbestände besaß, steht es heute an der Spitze der europäischen Länder. Hierin spiegelt sich nicht nur der Erfolg der französischen Wirtschaftspolitik wider, die zu hohen Exportüberschüssen führte, sondern auch die Weigerung der französischen Regierung, die Stellung des Dollars als westliche Leitwährung dadurch zu stützen, daß sie wie andere Notenbanken auf den Umtausch ihrer Dollarbestände in Gold verzichtet.