Hohe Investitionsaufwendungen sind die Hürden, die die Chemische Werke Hüls AG auf ihrem Weg zum Umsatzmilliardär zu nehmen hat. 1968 soll nach den Planungen der Verwaltung dieses Ziel erreicht sein, nachdem der CWH-Umsatz des vergangenen Geschäftsjahres 832,8 und der Konzernumsatz 914,7 Millionen Mark betrug. Mit großen Investitionen bereitet sich das Unternehmen darauf vor. Das Jahr 1965 brachte mit knapp 165 Millionen bereits einen absoluten Rekord in der Nachkriegsgeschichte des Unternehmens; der Investitionsaufwand dieses Jahres wird sogar noch darüber hinausgehen und eine runde halbe Milliarde soll in den nächsten beiden Jahren im Konzern verbaut werden.

Fast 22 Prozent des Umsatzes sind im Berichtsjahr bei Hüls investiert worden; die Quoten in den drei vorangegangenen Jahren lagen jeweils nur bei 13, 10 und 12 Prozent. Dabei war die Investitionsfreudigkeit der Marler Verwaltung mit diesen Beträgen noch keineswegs erschöpft. 17,3 Millionen sind für Beteiligungen im Ausland ausgegeben worden. Darüber hinaus hat sich die Gesellschaft "im Interesse einer günstigen Rohstoffversorgung" mit 12,6 Millionen an den Baukosten für Produktionsanlagen bei der Scholven-Chemie AG und der Gelsenberg Benzin AG beteiligt. Nachdem nunmehr Gelsenberg nicht mehr zu den Hüls-Aktionären zählt – die GBAG hat ihr Hüls-Paket an Hibernia/Scholven veräußert –, bleibt es zwar auch weiterhin – so wurde ausdrücklich betont – bei einer freundschaftlichen Zusammenarbeit mit Gelsenberg; aber "vermutlich liegt uns nun Scholven doch näher", hieß es wörtlich in der Pressekonferenz der Hüls-Chemie.

Die Schwerpunkte des stattlichen Ausbauprogramms der Hüls-Chemie – das seine folgerichtige Ergänzung noch durch ebenfalls steigende Forschungs- und Entwicklungskosten von 46 Millionen findet –, liegen vor allem im Kunststoffbereich. Wie Vorstandsvorsitzender Franz Broich erklärte, ist es gerade diese Sparte, die zusammen mit den Synthesefasern die Expansion der chemischen Industrie trägt. "Wir verkennen allerdings nicht, daß wir uns in den nächsten Jahren wegen der weiterhin stark wachsenden Konkurrenz auf den Produktionsgebieten Kunststoffe und Fasern vor verschiedene Probleme gestellt sehen werden. Wir sind aber der Ansicht, daß wir mit unseren Verfahren und unter Berücksichtigung einer zur Zeit noch im Bau befindlichen günstigen Rohstoffversorgung eine wettbewerbsfähige Position haben werden..."

nmn