Sozialist Vallon, der in den dreißiger Jahren ein Buch mit dem Titel Socialisme Experimental geschrieben hat, lehnt jedoch jeden staatlichen Dirigismus in der Wirtschaft ab. So hält er die Verstaatlichung der großen Depositenbanken nach dem Kriege für einen Fehler.

Louis Vallon, der zwei Jahre lang, von 1944 bis 1946, Directeur Adjoint du Cabinet du General de Gaulle war, setzt jetzt alle Hoffnungen auf den General. Er weiß, daß de Gaulle ihn sehr schätzt und daß der Präsident auch einer Gewinnbeteiligung der Arbeiter keineswegs abgeneigt ist. Die Frage ist nun, ob Michel Debré, um dem General nicht zu mißfallen, einen Gesetzentwurf im Sinne Vallons vorlegen wird, oder ob er versuchen wird, den Präsidenten mit Unterstützung der Kommission Mathey vom Gegenteil zu überzeugen.

Doch wie auch immer die Würfel fallen werden, wichtig ist, daß heute in Frankreich alte Vorstellungen neu durchdacht werden und dabei Tabus wie das Verhältnis von Arbeit und Kapital, die Funktion des Unternehmers und die Mitbestimmung der Arbeiter berührt werden. Und darin sind sich sogar alle Gegner Vallons einig: Auch das ist schon etwas.

Georges-Louis Puech