Arbeitskräfte keine Mangelware mehr

Im Ruhrgebiet mehren sich die Anzeichen für eine merkliche Entspannung am Arbeitsmarkt. Jetzt hat der Vorstand der Chemische Werke Hüls AG bekanntgegeben, daß es keine Schwierigkeiten mehr bereite, den Bedarf an Arbeitskräften zu decken. In den Betrieben des Unternehmens gibt es keine offenen Stellen mehr, nachdem in den beiden Vorjahren darüber geklagt worden war, daß jeweils rund 300 Arbeitsplätze nicht zu besetzen waren. Nach den Angaben der Hüls-Verwaltung hat auch hier bereits das Durchkämmen der Belegschaft nach Bummelanten begonnen.

Zebra in der Wüste

Das zweite große Zebra des Ruhrbergbaus, die zum Veba-Konzern gehörende Hibernia AG, schafft sich die Voraussetzungen für eine eigene Rohölbasis. Die Hibernia hat drei Konzessionen in Lybien erworben; im Herbst nächsten Jahres soll die erste Bohrung niedergebracht werden. "Das Bohren ist nicht schlimm, aber wehe, wenn man fündig wird..." kommentierte Vorstandsvorsitzender von Dewall das große Abenteuer seines Konzerns, dessen finanzielle Ausmaße sich heute noch nicht entfernt abschätzen lassen.

Riesige Schieferölvorräte

In den Vereinigten Staaten werden die Versuche, eine wirtschaftliche Nutzung der riesigen Ölschiefervorräte im Westen des Landes zu erreichen, fortgesetzt. Bisher konnten in Colorado Ölschiefervorkommen mit einem Ölgehalt von insgesamt 320 Milliarden Kubikmetern nachgewiesen werden. Dabei wurden nur Trägergesteine mit einem Gehalt von mindestens 38 Litern Öl pro Tonne Schiefer berücksichtigt. Von dem Gesamtvorkommen könnten schon jetzt rund zwölf Milliarden Kubikmeter Rohöl gewonnen werden. Falls die Forschungsarbeiten erfolgreich verlaufen, hofft man, weitere 300 Milliarden Kubikmeter Rohöl aus Schiefer mit einem Ölgehalt von 38 bis 380 Litern fördern zu können. Mit den bisherigen Fördermethoden ist die Produktion jedoch noch nicht genügend rentabel. Die mit den herkömmlichen Fördermethoden erschließbaren Ölreserven der Erde werden demgegenüber auf 50 Milliarden Tonnen geschätzt. Bei dem gegenwärtigen Verbrauch reichen sie noch für 30 Jahre.

Auch Chrysler verdiente weniger

Nach Ford und General Motors meldete jetzt auch Chrysler, der drittgrößte amerikanische Automobilproduzent, für das zweite Quartal dieses Jahres sinkende Umsätze und Gewinne im Inland. Gleichzeitig erreichten die Umsätze im Ausland mit über 2,8 Milliarden Dollar einen neuen Höchststand. Der Inlandsabsatz an Automobilen lag bisher unter den Rekordzahlen von 1965 – nach Ansicht von Chrysler eine Folge des geringen Kredifspielraums und der hohen Zinsen. Die Diskussion um die mangelnde Sicherheit der gegenwärtigen Automobile dürfte ebenfalls zur Zurückhaltung der amerikanischen Käufer beigetragen haben.