Eine Umfrage der Illustrierten "Quick", bei der es darum ging, ob man bei uns immer noch mit Ludwig Erhard als Kanzler zufrieden ist, hat ein geradezu sensationelles Ergebnis gehabt. 32 Prozent aller Befragten sind nämlich immer noch mit Erhard zufrieden. Damit hatte wirklich keiner gerechnet.

Wir haben eine Reihe von Personen, die, trotz allem, immer noch zum Kanzler halten, nach ihren Gründen gefragt. Die Antworten – aus verständlichen Gründen zum Teil anonym abgegeben – sind bemerkenswert:

"Es ist gut, einen Fußballfreund an der Spitze des Staates zu wissen. Ohne ihn hätten wir es in der Fußballweltmeisterschaft niemals so weit gebracht". (P. F. Mühlheim a. d. Ruhr.)

"Zigarrenraucher halten nun mal zusammen, das ist bekannt." (Otto Kamm, Hamm.)

"Ich bin für Erhard, weil er so ein gerissener Taktiker ist. Daß die SPD jetzt in Nordrhein-Westfalen nicht regieren kann, ist doch nur ihm zu verdanken. Meyers glaubte irrtümlich, er habe die Wahl verloren – erst die Erhardsche Seelenmassage hat ihn vom Gegenteil überzeugt." (Franz Kuchen, Porz.)

"Für jede Panne machen sie Erhard verantwortlich. Dabei weiß doch jedes Kind, daß an allem Westrick schuld ist. Erhard kann man höchstens für Westrick verantwortlich machen." (Paul Löwenzahn, Murzbach a. d. Fist.)

"Ich schätze am Kanzler seine Biegsamkeit. Als er neulich, wie es um die französischen Truppen ging, einsah, daß es keinen Zweck hat, gegen de Gaulle den starken Mann zu markieren, da hat er gleich nachgegeben und dafür den starken Mann gegen Schröder markiert." (Heinz Stubb, Plugs i. Wald.)