Konrad Adenauer macht wieder von sich reden. In einem Interview, das er Cyrus L. Sulzberger, dem Kolumnisten der "New York Times", gewährte und das auch von "Welt am Sonntag" publiziert wurde, antwortete er auf die Frage, was er an Präsident Johnsons Stelle tun würde:

"Ich würde mich aus Vietnam zurückziehen. Johnson hat mit dieser Geschichte nicht angefangen. Er hat sie von Kennedy geerbt. Johnson muß die Suppe auslöffeln, die Kennedy ihm eingebrockt hat. Aber wenn eine grobe Nation entdeckt, daß ein Kurs schwieriger ist als erwartet, dann ist es keine Demütigung für sie, wenn sie ihre Politik ändert. Sie müssen sich aus Vietnam zurückziehen. Das ist die einzige Möglichkeit.

Johnson sollte nicht auf seine Militärs hören. Es wäre nicht der erste Krieg, der in der Mitte abgebrochen wird. Man kann nicht aussteigen, indem man immer stärker einsteigt. Wenn ich einen Weg einschlage und merke, daß ich in der falschen Richtung gehe, halte ich es für sinnlos, immer weiter zu gehen. Ich nehme dann einen anderen Weg."