Alexander Evertz, Werner Petersmann, Hellmuth Fechner: Revision der Denkschrift. Eine Forderung der evangelischen Kirche. Verlag blick und bild, Velbert. 160 Seiten. 7,80 DM.

Drei Gegner der Denkschrift der evangelischen Kirche, die sich mit unserem Verhältnis zum Osten befaßte, melden sich zum Wort. Ihre Sprache ist entschieden, oft bitter. So beklagt Alexander Evertz gleich zu Beginn, daß die Denkschrift eine Mischung von Wahrem und Falschem, gefährlichen Vereinfachungen, fragwürdigen Behauptungen und bedenklichen Ratschlägen sei. Er sieht in ihr die Empfehlung, die Oder-Neiße-Linie als "Realität" anzuerkennen. Sein Widerspruch rührt nicht nur aus politischen Erwägungen, er begründet ihn mit einem theologischen Angriff: "Wenn man im Banne einer gewissen modernen Theologie nichts mehr von dem Handeln eines überweltlichen Schöpfers weiß, dann muß man sich unter die Herrschaft irdischer Realitäten ducken." Er wendet sich gegen die Auffassung, daß der Verlust der Ostgebiete als Gericht für unsere Schuld verstanden werden müsse. Das hält er für eine seltsame Begründung. Wohin führt sie? Warum sind nur die deutschen Greueltaten bestraft, die russischen und polnischen mit Sieg und Erfolg belohnt worden? "Es ist theologische Hybris, aus dem Geschehen von ein paar Jahrzehnten das Handeln Gottes erklären zu wollen."

Werner Petersmann kritisiert dann die Denkschrift im einzelnen. Er glaubt, nicht nur zahlreiche tatsächliche Fehler, sondern die Grenzüberschreitung des kirchlichen Auftrags darin zu entdecken. Er fordert eine Revision in der Richtung "Entschwärmung".

Hellmuth Fechner veröffentlicht einen geharnischten Brief an einen evangelischen Bischof. Er urteilt zum Schluß, das Fazit aus der Vorgeschichte sei niederschmetternd. gri