Es war ein bürgerliches Familienfest und amerikanisches Staatsereignis gleichzeitig: Die Fernseh-Hochzeit der jüngsten Präsidententochter Luci Baines Johnson (19 Jahre) mit dem Studenten der Betriebswirtschaft Patrick Nugent (23 Jahre).

Es wurde ein Johnson-Fest. Brauteltern und Bräutigam aus Waukegan in Illinois fügten sich dem Protokoll des Weißen Hauses. "Wir fühlen, es ist die Hochzeit der Johnsons, nicht unsere", erklärte der Brautvater und freute sich auf die Rückkehr in seinen Alltag als Verkaufsleiter, während sein Sohn sich einen Cutaway für elf Dollar lieh, um den Vorschriften entsprechend angezogen zu sein.

750 Gäste waren ins Weiße Haus geladen, um den Anschnitt der drei Zentner schweren Hochzeits-Cremetorte (Herstellungsdauer 14 Tage) eines französischen Konditors mitzuerleben. Die Gäste kamen hauptsächlich aus Texas, der Heimat Johnsons. An der Festtafel fehlten: der Bruder des Bräutigams (er dient als Soldat in Vietnam), der Kennedy-Clan (er sagte ab), das Diplomatische Korps (es hatte schon im voraus seine Honneurs gemacht).

An großartigen Geschenken fehlte es nicht: Bettzeug, um ein ganzes Hotel damit auszustaffieren; diverse Kaftane (ein Geschenk des Königs von Marokko) und Juwelen (vom Negus). Der angehende Betriebswirt und seine Frau werden keinen Hunger zu leiden brauchen; Patrick Nugent soll später auf den Johnsonschen Fernsehstationen eine Stellung erhalten.

Ein leichter Schatten lag über der Hochzeit. Vor der Kirche demonstrierten junge Amerikaner gegen den Krieg in Vietnam: "Holt unsere Boys nach Hause!" Die Japaner empörten sich, weil die Hochzeit mit dem 21. Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Hiroshima zusammenfiel. Johnson: "Wenn wir das Datum verlegen, dann auf den 7. Dezember." Am 7. Dezember 1941 überfielen die Japaner Pearl Harbor.