Wirtschaft

Alles blickt nach Bonn

In den letzten Tagen war die Tendenz auf dem Renten- und Aktienmarkt bemerkenswert widerstandsfähig. Bei den festverzinslichen Papieren gab es sogar geringfügige Kurssteigerungen.

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DIE ZEIT

Francos Milde

In einem Prozeß vor dem Madrider "Sondergericht für öffentliche Ordnung" wurden gegen vier Arbeiterfunktionäre Urteile gefällt, die für spanische Verhältnisse sensationell sind.

Darf Ulbricht feiern?

Walter Ulbricht läßt seine Mauer feiern – mit Truppenparaden und befohlener Volksfeststimmung. An seinem fünften Geburtstag ist das häßliche Monstrum aus Stacheldraht und Beton – will man der Propaganda glauben – zur liebsten und stolzesten Errungenschaft des ersten deutschen Arbeiter- und Bauernstaates geworden.

CDU im Sturmtief

Die Politiker der Union haben ihre Sorgen in die Ferienorte mitgenommen. Viele von ihnen erhoffen sich von dem Stabilisierungsgesetz eine Festigung der Regierungsposition und damit auch ihrer Partei.

Maos Drache ist gelähmt

Das Schlagwort von der gelben Gefahr, geprägt noch vor der Jahrhundertwende, es ist auch heute wieder im Schwange. Damals richtete es sich auch gegen die Japaner.

Zum erstenmal hat auf dem Jüdischen Weltkongreß ein Politiker aus der Bundesrepublik das Wort erhalten. Wir ver– öffentlichen den Text der Rede, die Bundestagspräsident Eugen Gerstenmaier auf diesem Kongreß in Brüssel gehalten hat.: Wir Deutschen und die Juden

Den Ruf des Jüdischen Weltkongresses, hier zu sprechen, empfinde ich als eine ungewöhnliche Auszeichnung, aber ich habe die schwersten Zweifel, ob es einem Deutschen, der nicht für sich, sondern für sein Land sprechen soll, möglich ist, mit seiner Stimme über den Abgrund zu dringen, der Juden und Deutsche trennt.

Nachtigall

Konrad Adenauer hat sich eine seltsame Kumpanei ausgesucht. Gleich jenen Friedensenthusiasten, die geharnischte Resolutionen zum Vietnam-Krieg verfassen und vor amerikanischen Konsulaten demonstrieren, empfahl der Altkanzler dem amerikanischen Präsidenten, er solle nicht auf die Generale hören und seine Truppen aus Vietnam zurückziehen.

Nigerias neuer Umsturz

Zum zweitenmal in diesem Jahr hat Nigeria einen Militärputsch erlebt. Zum zweitenmal in diesem Jahr ist in dem ehemaligen demokratischen Musterland des schwarzen Kontinents die Regierung gewaltsam gestürzt worden.

Das Fazit einer Bonner Aktion

Die Bundesregierung will "nachstoßen", sie will die Entspannungsvorschläge, die sie in ihrer Friedensnote vom 25. März mehr als hundert Regierungen bekanntgemacht hat, weiter, entwickeln – trotz der schroffen Reaktion der osteuropäischen Staaten, die ja die eigentlichen Adressaten der Erklärungen zur politischen Entspannung und zur Abrüstung in Europa waren.

Das Ende der Affäre

Fast vier Jahre nach jener denkwürdigen Polizeiaktion im Hamburger Pressehaus hat das Bundesverfassungsgericht darüber entschieden, ob die damaligen Maßnahmen der Bundesanwaltschaft und des Ermittlungsrichters gegen den "Spiegel" verfassungsmäßig waren oder nicht.

Kirche im Kreuzfeuer

Die neue Frostperiode, die in der DDR ausgebrochen ist, bekommt, wie schon so oft, die Kirche am empfindlichsten zu spüren. Nach Ansicht der SED trägt allein Bonn die Schuld an dieser Klimaverschlechterung, genauer: das für den Redneraustausch verabschiedete Gesetz über das "freie Geleit".

Weiß und Blau

Lieb Bayerland magst ruhig sein: Ministerpräsident Goppel hat das Lied "Gott mit dir, du Land der Bayern" in das Protokoll bayerischer Staatsempfänge aufgenommen.

Opposition strafbar

Alle Hoffnungen sind seit Jahren auf Jugoslawien gerichtet, das sehr früh einen eigenen Weg im östlichen Lager ging. Das jugoslawische Wirtschaftsmodell hat manche liberale Reform in den Nachbarstaaten inspiriert.

"Perverse Bürokratie"

Die Handwerker in Bayern sind kreuzteufelswild. Plötzlich stellt sich heraus, daß Weißwürste und Leberkäs nicht mehr von Metzgern, sondern von Fleischern produziert werden.

Gegner der Denkschrift

Drei Gegner der Denkschrift der evangelischen Kirche, die sich mit unserem Verhältnis zum Osten befaßte, melden sich zum Wort.

Zwischen Dieben und Mördern

Für den Fernsehzuschauer, der im abendlichen Report randalierende Neger aus Harlem, Los Angeles oder Alabama ins Haus geliefert bekommt, sind diese Neger so abstrakt wie für einen Bomberpiloten feindliches Zielgebiet: zwar weiß er, daß es sich um Menschen handelt, doch ist die Distanz zu groß, als daß sie durch die normale Vorstellungskraft überwunden werden könnte.

Weimar

Die Geschichte des Weimarer Staates wird hier von einem jüngeren Historiker erzählt, farbig, anschaulich, sehr lebendig. Bei einem Mitarbeiter des Münchener Instituts für Zeitgeschichte versteht es sich von selbst, daß die Darstellung wissenschaftlich begründet ist.

Wandlungen in China

Vor vier Jahren meinte ein großer deutscher Verlag, für Chinabücher sei kein Markt. Seither haben mindestens ein halbes Dutzend Werke über China dem Wunsch, Land und Leute kennenzulernen, Rechnung zu tragen versucht.

Ärger über Ongania

Das argentinische Militärregime Ongania fand in Washington wenig Gnade. Eine für Ende August in Buenos Aires geplante interamerikanische Konferenz (OAS) wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.

Hochzeit auf texanisch

Es war ein bürgerliches Familienfest und amerikanisches Staatsereignis gleichzeitig: Die Fernseh-Hochzeit der jüngsten Präsidententochter Luci Baines Johnson (19 Jahre) mit dem Studenten der Betriebswirtschaft Patrick Nugent (23 Jahre).

Millionen unterm Bett

Die Welt des Orients ist um die skurrile Figur eines mittelalterlichen Potentaten ärmer geworden: Scheich Schakbut bin Sultan bin Said, der Herrscher des Insel- und Wüstenreiches Abu Dhabi und einer der reichsten Männer der Welt (Jahreseinkommen etwa 300 Millionen Mark), wurde nach achtunddreißigjähriger Herrschaft durch einen "Familienrat" abgesetzt und außer Landes verwiesen.

Von ZEIT zu ZEIT

Sieben Maschinen verlor die US-Luftwaffe an einem einzigen Tag über Nordvietnam. Thailand, Malaysia und die Philippinen empfahlen eine asitatische Vietnam-Konferenz.

Aussteigen!

Konrad Adenauer macht wieder von sich reden. In einem Interview, das er Cyrus L.............................................

Gefahr am 17. Breitengrad

Der Krieg in Südvietnam ist in den letzten Wochen bereits gefährlich nahe an die entmilitarisierte Zone herangerückt, die seit dem Genfer Indochina-Abkommen von 1954 das kommunistisch regierte Nordvietnam vom Süden trennt.

Namen der Woche

Abdel Rahman al-Bazzaz, der erste zivile Ministerpräsident im Irak seit dem Sturz der Monarchie im Jahre 1958, wurde kurz nach seiner Rückkehr von einer erfolgreichen Reise in die Sowjetunion von der Armee gestürzt.

Wilson unter Druck

Großbritannien will die Sondierungsgespräche mit Rhodesien wieder aufnehmen. Aber Premierminister Wilson bleibt bis zur Commonwealth-Konferenz im September nicht mehr viel Zeit zur Lösung des Konflikts mit den weißen Rebellen.

Fernsehen:: Die andere DDR

Wir wissen wenig von der DDR, Venedig ist nahe, Dessau ist weit, das Neue Deutschland darf man nicht lesen, den Deutschen Fernsehfunk können nur die Staatsgrenzen-Anrainer sehen, Reisen westlicher Beamter sind Schranken gesetzt, östliche Behörden reagieren auf Gesuche, ich möchte nach Weimar, um den Frauenplan und das Gartenhauschen zu sehen, meistens befremdet.

Der Streit ums Zeughaus

Die Kultur ist dort, und wir sind hier. Dazwischen liegt das Niemandsland falscher Ehrfurcht. Oder sollten wir nicht versuchen, Kultur wo immer möglich in unseren Alltag zu integrieren, anstatt sie zu einem Sektor, einem Ressort für sich zu machen? Unsere Wohnungen und Büros, unsere Hotels und Fabriken bleiben entweder erschreckend leer, oder man stopft sie voll mit billigem oder teurem Schlechten.

Muß ein Lehrer Christ sein?

Zunächst muß festgestellt werden, daß heute kein Staat irgend jemanden zwingt, Christ zu sein. Einen Gewissenszwang gibt es nur im umgekehrten Sinne: den Zwang totalitärer Regime, kein Christ zu sein, zum mindesten die christliche Überzeugung zu verbergen.

Kunstkalender

"Kunst am Bau in Leverkusen" (Leverkusen, Städtisches Museum Schloß Morsbroich): Kulturreferenten, Baudirektoren, Kunstkommissionen, die für "Kunst am Bau" zuständig sind, sollten, wenn sie schon nicht nach Leverkusen reisen, wenigstens den Ausstellungskatalog anfordern und die "Methode Leverkusen" gründlich studieren.

Eberhard Stammler: Der Glaube braucht Freiheit

Wenn man die Frage so stellt, wie sie Horst Wetterling formuliert hat, kann sie sowohl vom Staat als auch von der Kirche schlechterdings nur mit einem entschiedenen Nein beantwortet werden.

Josef Homeyer: Warum nicht freier Wettbewerb?

Es ist begrüßenswert, wenn diese Frage gestellt wird: "Muß ein Lehrer Christ sein?" Es ist bedauernswert, wenn diese Frage nicht in ihrem ganzen und eigentlichen Horizont und dann noch mit mangelnder Sachlichkeit angegangen wird.

DIE NEUE SCHALLPLATTE

Herr Haydn sagte mir", so schrieb Leopold Mozart am 16. Februar 1785 seiner Tochter Anna Maria, "ich sage ihnen vor Gott, als ein ehrlicher Mann, ihr Sohn ist der größte Componist, den ich von Person und den Namen nach kenne: er hat geschmack, und über das die größte Compositionswissenschaft.

ZEITMOSAIK

Wie ein Helm und ein paar gekreuzte Schwerter die Gesellschaft des Barock an alle Götter und ihre Geschichten erinnerten und nicht ein Herr von Hinz die Komtesse Kunz küßte, sondern ein Kriegsgott die Göttin der Keuschheit, erleben Hinz und Kunz heute, wenn sie sich knutschen, das Zeittempo oder irgend etwas aus der Kollektion von zehn Dutzend neuer Mustervorstellungen, die nun freilich nicht mehr einen über Taxusalleen schwebenden Olymp bilden, sondern das ganze moderne Durcheinander selbst.

Kerker für Damen

Einen Autor mit Kerkervergangenheit zu finden, ist nicht so schwer. Selbst wenn man erst mit Casanova beginnt, ist die Liste der Abenteurer und Märtyrer, der Ankläger von Justiz und Gesellschaft stattlich und reich an literarischen Klassikern.

Reisesouvenirs

Ein Bild der Brücke von Avignon gehört zu einem Photobuch über Frankreich unweigerlich wie eines vom Mont Saint-Michel und eines vor.

Italienisches Gesangstheater

Das Wagnis gelang. Die Münchner Festspiele sind um eine Attraktion reicher geworden: Im Apothekenhof der Residenz wurde Oper unter sommerlichem Nachthimmel gesungen.

Nullen, lauter Nullen

Wie es aussieht, wenn eine von Samuel Becketts Figuren Tagebuch führt, wissen wir aus seinen Romanen. Aber hier bewegen sich Figur wie Schriftstellern auf einer parabolischen Ebene.

ZU EMPFEHLEN

ES ENTHÄLT – sozusagen als Vorgriff auf die vom Wiener Zsolnay-Verlag vorbereitete Terz-Ausgabe, deren erster Band, der Roman "Ljubimow", in diesem Herbst erscheinen soll – die beiden längeren Erzählungen "Der Prozeß beginnt" (vor Jahren im Monat gedruckt und auch in einer Anthologie des Verlages Kiepenheuer & Witsch enthalten) und "Glatteis" sowie den Essay "Was ist der sozialistische Realismus?".

Fußball – Tennis – Leichtathletik: Ein neuer Harbig?

Tor oder nicht Tor" – das war schier die Schicksalsfrage des deutschen Volkes. Sogar ein Ordinarius der Rechtswissenschaften sandte eine Leserzuschrift des Inhaltes an "Bild", daß es moderner Rechtsauffassung widerspreche, den Tatsachenentscheid des Schiedsrichters Gottfried Dienst in Wembley einfach hinzunehmen, nachdem nachgewiesen sei, daß er falsch war.

Knockout für den englischen Boxsport

Cassius Clay, der am 10. September in Frankfurt gegen Karl Mildenberger boxen wird, gewann in England seinen zweiten Kampf, diesmal gegen Brian London durch K.

Der Möwenmist ist aus Gips

Und einmal, als Mahlke schon schwimmen konnte ... und einmal, – ein doppelschornsteiniges Lazarettschiff war eingelaufen, und wir hatten nach kurzem Hin und Her die "Kaiser" vom Seedienst Ostpreußen ausgemacht, ging Joachim Mahlke ohne Schraubenzieher hinunter in den Bugraum.

Dionysisches in epischer Breite

All seine Arbeiten für das musikalische Theater, schreibt der Komponist Hans Werner Henze 1962 in seinen "Essays", hätten eins gemeinsam: In allen Stücken handele es sich um die "Ausgesetztheit einer Einzelperson in eine ihr entgegengesetzte Umwelt", um ein "Nicht-Zustandekommen von Kommunikation; deshalb tragen sie alle einen melancholischen Schleier".

Dividenden auf Pump

Ein Gerücht kroch durch Deutschlands Börsensäle: Ein großer Konzern an der Ruhr sei in Zahlungsschwierigkeiten; sein Verwaltungsgebäude gehöre bereits der Hausbank.

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