Innerhalb der EWG ist die Bundesrepublik der bedeutendste Importmarkt für Agrarerzeugnisse. Seit 1950 hat sie ihre Nahrungsmittelimporte nahezu verdreifacht. Wertmäßig stiegen die deutschen Einfuhren an tierischen und pflanzlichen Nahrungsmitteln bis 1965 von 5 Milliarden auf 14,6 Milliarden Mark an. Es ist daher nicht verwunderlich, daß die übrigen EWG-Länder sich bemühen, einen möglichst hohen Anteil an diesen Einfuhren zu gewinnen. Im Gegensatz zum Handel mit Industrieprodukten brauchen sie auf dem Agrarsektor bei einer Beseitigung der Handelsschranken auch kaum mit einer Gegenoffensive der deutschen Landwirtschaft zu rechnen. Verglichen mit den Importen sind die deutschen Nahrungsmittelexporte nahezu bedeutungslos. Die Exportbemühungen unserer Partnerländer in der EWG sind nicht ohne Erfolg geblieben. Während ihr Anteil an den deutschen Agrareinfuhren 1958 erst 27 Prozent betrug, ist er inzwischen auf 39 Prozent angestiegen und wird als Folge der kürzlich beschlossenen gemeinsamen Agrarpolitik noch weiter steigen. Bei einzelnen Produkten werden wir heute schon weitgehend aus dem EWG-Raum versorgt: 86 Prozent der Buttereinfuhren, 77 Prozent der Eierimporte und 59 Prozent der Käselieferungen kommen von dort. Von der Selbstversorgung ist die EWG trotzdem noch weit entfernt.