Konferenzinflation

Nach Auffassung der Expertenkommission, die im vergangenen Jahr zur Prüfung der ungünstigen finanziellen Lage der Vereinten Nationen eingesetzt worden ist, werden von der UN zu viele Sitzungen und Konferenzen abgehalten. Allein in Genf finden jährlich über 4000 Sitzungen statt, hinzu kommen mehr als 3000 Konferenzen in anderen Städten. Damit hat sich die Zahl der Tagungen in sechs Jahren verdoppelt. Die Kosten dafür einschließlich des Drucks der Konferenzberichte erreichen 100 Millionen Dollar, das ist ein Fünftel des jährlichen Etats der UN für die Tätigkeit auf sozialem und wirtschaftlichem Gebiet. Bleibt zu fragen, wie viele der Berichte wirklich ausgewertet werden.

Kaufmann statt Minister

Bei der britischen Post soll kaufmännisches Denken einkehren. Das seit 300 Jahren von einem Minister geleitete Staatsressort wird auf Wunsch der Regierung in den nächsten drei Jahren in eine selbständige Körperschaft des öffentlichen Rechts umgewandelt und dann von einem Verwaltungsrat unter einem Vorsitzenden geführt. Damit würde in Großbritannien die staatliche Kontrolle gelockert, der auch in der Bundesrepublik der Hoheitsbetrieb Post auf Grund eines veralteten Postverwaltungsgesetzes unterliegt. In Großbritannien soll das Postpersonal die Eigenschaft von Staatsbeamten, wie sie auch gut die Hälfte der 46 000 deutschen Postbediensteten hat, verlieren.

Weniger Erwerbstätige

Die Zahl der Erwerbstätigen ist in der Bundesrepublik im Jahresdurchschnitt 1965 um 152 000 auf 27,3 Millionen gestiegen. Die Zunahme geht ausschließlich auf die vermehrte Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer zurück, da die Zahl der deutschen Erwerbstätigen um 65 000 zurückging. Die meisten Arbeitskräfte sind im produzierenden Gewerbe beschäftigt (13,2 Millionen), in Dienstleistungsberufen arbeiten 6,2 Millionen Menschen, in Handel und Verkehr 4,8 Millionen und in der Land- und Forstwirtschaft knapp 3,1 Millionen Personen.

Wachsender Welthandel

Mit 186 Milliarden Dollar war die Weltausfuhr im Jahre 1965 um 8,4 Prozent höher als 1964. Am stärksten erhöhte sich die Ausfuhr der Industrieländer, nämlich um 9 Prozent auf 128 Milliarden Dollar. Damit stieg ihr Anteil am Welthandel auf fast 69 Prozent. Dagegen nahm die Ausfuhr der Entwicklungsländer nur um 6,3 Prozent auf knapp 37 Milliarden Dollar zu. Auch die Sowjetländer in Europa und Asien konnten ihre Ausfuhr nur um 6,9 Prozent erhöhen. Ihr Anteil ging von 11,8 auf 11,6 Prozent zurück. Von der Ausfuhr der Entwicklungsländer nahmen 1965 die Industrieländer fast 72 Prozent, andere Entwicklungsländer 20,6 Prozent und die Sowjetländer 7,6 Prozent auf.