Millionen Bürger, die noch nie in ihrem Leben Geld an der Börse angelegt hatten, sind durch die Privatisierungsaktionen der Bundesregierung über Nacht zu Miteigentümern am industriellen Vermögen geworden. Insgesamt wurden bei der Privatisierung der Preussag, des Volkswagenwerkes und der Veba 9,6 Millionen Volksaktien an 4,3 Millionen Erstzeichnerausgegeben. Trotz der ungünstigen Lage am Kapitalmarkt, die besonders die 2,6 Millionen Käufer der Veba-Aktien schon in den ersten Monaten nach der Börseneinführung ihres Papiers zu spüren bekamen, hat die Mehrzahl der Volksaktionäre bisher an den erworbenen Aktien festgehalten. Von der Zahl der Aktienkäufer her gesehen wurde die breite Eigentumsstreuung also erreicht. Andererseits ist es nicht gelungen, alle Gruppen der Bevölkerung in gleichem Maße für die Volksaktien zu interessieren. Besonders die Arbeiter (mit Ausnahme der hier nicht berücksichtigten Belegschaftsmitglieder) sind im Verhältnis zu ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung unter den neuen Aktionären viel zu schwach vertreten. Bei der Gruppe der Hausfrauen handelt es sich wohl auch in erster Linie um die Ehefrauen der Angestellten, Beamten und Selbständigen.