Es gibt nur wenig wirklich gute amerikanische Zeitungen – und jetzt ist eine von ihnen eingegangen: die New York Herald Tribune. Neben der New York Times können nun an der Ostküste nur noch Washington Post, Christian Science Monitor und Wall Street Journal Weltformat vorweisen. Für ein Land, in dem die Presse immer flacher, verwaschener und zugleich immer monopolistischer wird, bedeutet der Tod der "Trib" einen schweren Verlust. Ihre Finanzen waren seit langen, prekär, aber den daraus hat ihr erst der seit Monaten andauernde Streik gemacht. Die Streikenden haben es mit ihrer Unvernunft fertiggebracht, die Gans umzubringen, von der sie goldene Eier wollten. Die Weltpresse ist um ein profiliertes Blatt ärmer geworden. D. Z.