In Santo Domingo wird wieder geschossen. Nur sechs Wochen nach der Amtseinführung des gewählten Präsidenten der Dominikanischen Republik, Joaquin Balaguer, sind, verschiedene politische Gruppen zur Gewaltanwendung zurückgekehrt. Auftakt war die Ermordung eines der Führer der Rebellion vom Frühjahr 1965: Leutnant Ramon Pichirito Mejia, ein Freund des Obersten Caamanos, des Führers der Bosch-freundlichen "Konstitutionalisten", und Mitstreiter Fidel Castros in der Sierra. Maestra, wurde auf der Straße erschossen.

Kurz zuvor hatte Balaguer, ein Mann der Rechten und ehemaliger Mitarbeiter des Diktators Trujillo, im Rundfunk erklärt, gegen seine Regierung werde offen konspiriert. (Man munkelt von Putschabsichten der Armee.) Vorsorglich hat der Präsident bis zu den Wahlen 1968 parteipolitische Tätigkeit untersagt.