Von einigen prominenten Politikern weiß man, daß sie nicht in die Regierung Erhard eintreten würden, und bäte man sie darum auf Knien. Andere, die dieser Regierung angehören, sollen dem Kanzler hohe Summen geboten haben für ihre Entlassung. Aber unbestechlich ist der Kanzler ja. Zurückzutreten, das ist für einen Bundesminister viel schwerer, als wir alle glauben.

"Ich wollte schon gar nicht Minister werden", vertraute mir der Minister an. "Wer will schon Verteidigungsminister werden – Sie etwa?" Ich winkte energisch ab. Und dann, in einem wunderbaren Moment der Selbsterkenntnis, bekannte er:

"Ich tauge nun mal nur zum Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein. Was darüber hinausgeht, liegt mir nicht."

"Ihnen wurde die Bundeswehr also sozusagen aufgezwungen?"

"Ich war praktisch wehrlos. Ich war norddeutsch, konservativ, evangelisch, CDU und nicht vorbestraft – da geht so was rasch."

"Dann kamen Sie nicht mehr davon los?" fragte ich.

"Nein. Dabei gab ich mir solche Mühe. Kennen Sie ein Amt, wo soviel passiert ist wie in meinem?"