Tn der unerfreulichen Affäre um Erwin Schule, - den langjährigen Leiter der Ludwigsburger Zentralstelle zur Aufklärung von NS Verbrechen, ist endlich eine Entscheidung gefallen. Der Oberstaatsanwalt wird am 1. September seinen Posten abgeben und nur noch der Anklagebehörde beim Stuttgarter Landgericht vorstehen.

Dieser Beschluß der Länderjustizminister, die für das Ludwigsburger Ermittlungsamt zuständig sind, ist aus zweierlei Gründen zu begrüßen: Einmal weil sich der Nachfolger nun ausschließlich der Arbeit in der zentralen Stelle widmen wird (Schule wirkte gleichzeitig bei der Stuttgarter Staatsanwaltschaft) und zum anderen, weil — wenn auch reichlich spät — ein Mann aus der Schußlinie östlicher Propagandisten genommen wurde, der auf diesem außergewöhnlichen Posten eine Belastung war.

Es hätte; freilich nicht dahin kommen müssen. Was den Justizministern, als sie den bewährten Staatsanwalt 1958 mit dem Aufbau und der Leitung des Ludwigsburger Amtes betrauten, nicht verborgen war, wurde der Öffentlichkeit erst sieben Jahre später bekannt: Schule, dazu bestellt, NS Kriegsverbrecher aufzuspüren, war selber Mitglied der NSDAP und der SA gewesen. Und diese Aufdeckung erfolgte auch noch ausgerechnet in Warschau, als Schule dort zum Aktenstudium eintraf.

lald darauf war in Bonn eine sowjetische Note eingetroffen. Dann hieß es, auf Grund ein:r Veröffentlichung von Schüles Photo in der den Oberstaatsanwalt als Kriegsverbrecher wiedererkannt hätten. Nun stellte sich freilich bei einsm Ermittlungsverfahren, das der badenwürttembergische Generalstaatsanwalt sofort einleitete, alsbald heraus, daß es sich um eine Verwechslung handelte. Und in der Tat: Die Angaben der in Moskau vereidigten Zeugen hielten den Nachprüfungen nicht stand. Schule war zu dei angegebenen Zeit in Frankreich und gar nicht in der Sowjetunion gewesen. Da aber, die Sowjets sich bisher beharrlich weigerten, ihre Gewährsleute zur Vernehmung nach Stuttgart zu schicken, konnte die Untersuchung noch immer nicht abgeschlossen werden.

Inzwischen aber zeigte sich, daß die sowjetischen und tschechoslowakischen Justizbehörden nicnt mehr willens waren, mit der Ludwigs