Lyndon Johnson konnte einen Triumph feiern: Fünf Jahre nach ihrer Gründung hat die von Kennedy inspirierte "Allianz für den Fortschritt" ihr Minimalziel – eine Erhöhung des durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommens in Lateinamerika um 2,5 Prozent – sogar noch überschritten. Aber der Präsident vermißt Fortschritte zur wirtschaftlichen Integration Südamerikas. "Beschleunigt das Tempo. Die Zeit ist nicht unser Verbündeter!"

Ein erster Vorstoß wurde vorige Woche in Bogota unternommen: Dort beratschlagten die freigewählten Präsidenten von Kolumbien, Venezuela und Chile und die Vertreter Perus und Ekuadors, also der fünf demokratisch regierten Andenstaaten, wie sie in gegenseitiger Hilfe den Lebensstandard ihrer unterentwickelten Völker heben können, ohne das Gesetz des Handelns an die mächtigen Feudalcliquen, an die revolutionären Jünger Fidel Castros oder an putschlüsterne Generale zu verlieren.

Aber nach den ersten lautstarken Protesten aus Brasilien und Argentinien versicherten sie einstimmig, man wolle keine antimilitaristische Blockbildung innerhalb Südamerikas, da alle mit denselben wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen hätten. Schließlich einigte sich die Konferenz, einem Vorschlag des chilenischen Präsidenten Frei folgend, auf eine informelle Zusammenarbeit innerhalb der OAS. Ihre Hauptziele: günstigere Bedingungen für die ausländische Wirtschaftshilfe und beim Handel mit den USA. Fraglich ist, ob sich nun auch die La-Plata-Staaten einander nähern.