In Düsseldorf muß Ministerpräsident Meyers jetzt ein erstes Wahlversprechen einlösen. Die IG Bergbau, und Energie hat zur Kasse gebeten, und das Land Nordrhein-Westfalen wird zahlen. Wie schon einmal im Jahre 1959, so ist auch jetzt wieder ein finanzieller Ausgleich für die Feierschichten im Steinkohlenbergbau zu Lasten der Staatskasse vereinbart worden.

Dieser sogenannte "Härteausgleich" gilt zunächst für die Zeit bis zum 30. Juni; jeder Kumpel, der bis dahin mehr als zweimal "feiern" mußte und seine Lohntüte geschmälert sah, wird dafür jetzt nachträglich mit Steuergeldern honoriert. Das war vor der Landtagswahl an Rhein und Ruhr so versprochen worden, es ist aber anzunehmen, daß die Staatskasse auch für die in der zweiten Jahreshälfte noch notwendigen Feierschichten im Ruhrbergbau die Funktion des Lohnbüros übernehmen wird. Bisher muß die Landesregierung für den vereinbarten Härteausgleich etwa 7 Millionen Mark aufbringen; die zweite Jahreshälfte wird teurer werden.

66 000 Kumpel von den insgesamt 74 000, die bis Ende Juni eine unbezahlte Arbeitspause einlegen mußten, bekommen einen großen Teil ihres Verdienstausfalls aus diesen Mitteln ersetzt. Das ist für die betroffenen Bergarbeiter so eine Art "Dank des Vaterlandes", für die zur Kasse gebotenen Steuerzahler indessen ein neuer Posten in der alten Rechnung für die Kohle, deren Endbetrag noch immer nicht kalkulierbar ist.

nmn.