Mehr als fünf Millionen Gastarbeiter sind gegenwärtig in den westeuropäischen Industrieländern beschäftigt. Von Jahrzu Jahr hat ihre Zahl um etwa eine halbe Million zugenommen. Das entspricht etwa dem Gesamtzuwachs der Beschäftigtenzahlen in den Industriestaaten. Vier Millionen Arbeiter stammen aus Europa, und zwar hauptsächlich aus Italien, Spanien, Griechenland und Portugal. Die meisten fanden Arbeit in der Bundesrepublik, Frankreich und der Schweiz. In Luxemburg und der Schweiz war im vergangenen Jahr fast jeder dritte Arbeitnehmer ein Ausländer. Aus Furcht vor einer Überfremdung und um den Devisenabfluß durch Gehaltsüberweisungen einzudämmen, hat die schweizerische Regierung daher energische Maßnahmen unternommen, um die Zahl der Gastarbeiter zu reduzieren. Aber die Gastarbeiterwelle scheint ohnehin ihren Höhepunkt überschritten zu haben. Wegen der gestiegenen Löhne und der geringen Arbeitslosenzahl sind nur noch wenige Italiener bereit, ihr Land zu verlassen. Eine ähnliche Entwicklung wird in Spanien erwartet. Zusätzliche Arbeitskräfte müssen daher in immer weiter entfernten Ländern angeworben werden, vor allem auch in Nordafrika.