Oder noch anders gefragt: Dient die Absolvierung christlicher Schulen unter staatlichem Zwang der Freiheit des Christenmenschen? Und wie schützen wir die Freiheit nichtchristlicher Bürger dieses Staates?

Solche Fragen werden für die meisten von uns nur selten akut. Wir halten es 360 Tage im Jahr mit dem aufklärerischen König und wollen nach unserer Fasson selig werden. Nur zu Weihnachten oder wenn die Kirchensteuer fällig ist, wenn wir das Standesamt für eine Hochzeit, die Kollegenrede für eine Beerdigung als doch nicht recht ausreichend empfinden oder zu Ostern: an ein paar Tagen, in ein paar Nächten des Jahres denken wir darüber nach, wie Glaubensfreiheit und Gesellschaftszwang sich überschneiden.

Sonst lassen wir das andere für uns erledigen, Theologen beispielsweise – und Volksschullehrer.

Muß ein Lehrer Christ sein? fragte Professor Horst Wetterling. Zu den drei bereits veröffentlichten drucken wir heute zwei weitere Antworten auf seine Frage.

Vielleicht sollte zuweilen daran erinnert werden, daß "Nonkonformismus" ursprünglich die Bezeichnung füreine christliche Gliubenshaltung ist. Rudolf Walter Leonhardt