Der amerikanische Luftkrieg in Südvietnam wird ohne Rücksicht auf de Gaulle fortgesetzt, wenn sich der Präsident Ende des Monats mit seiner DC-8 in gefährliche Nähe des Kriegsschauplatzes begibt. Immerhin wird die Sondermaschine beim Weiterflug von Kambodscha zum Atomversuchsgelände bei Tahiti einen weiten Bogen um das Mekongdelta schlagen. Sein Besuch in Pnom Penh wird das spektakulärste Ereignis seiner Weltreise werden: Auf einer Massenkundgebung mit 100 000 Khmers im nationalen Sportstadion will er das amerikanische Vorgehen in Vietnam brandmarken und eine neue Friedensinitiative verkünden. (Gerüchte über einen Abstecher de Gaulles nach Hanoi oder einen Blitzbesuch Ho Tschi Minhs in Kambodscha wurden von beiden Seiten dementiert.) – Nicht ganz frei von kriegerischen Schatten werden auch de Gaulles Gespräche mit Kaiser Haile Selassie sein. Äthiopien und Frankreich haben gemeinsame Interessen: Beide fühlen sich durch Gebietsansprüche der von den Sowjets aufgerüsteten Somalias bedroht. Djibuti, Haupt- und Hafenstadt der französischen Überseeprovinz Somaliland, ist wirtschaftlich von Abessinien abhängig.