Halb war es Gaudi, halb Tribunal. Der fast vergessene "Kongreßausschuß zur Bekämpfung unamerikanischer Umtriebe" veranstaltete ein Hearing, um ein Gesetz zu propagieren, das jene Amerikaner, die Blut und Geld für Nordvietnam spenden, Stellungsbefehle verbrennen oder den Nachschub für die US-Truppen stören, mit 80 000 Mark Strafe und 20 Jahren Haft bedroht.

Die Zeugenvernehmungen bestätigten längst Bekanntes: Unter den "Vietniks" sind Kommunisten und Marxisten tonangebend. Sie genossen ihren Auftritt: Ein Zeugeerschien im Kostüm eines Revolutionssoldaten, um gegen die Verletzung der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung zu protestieren, ein anderer hob bei der Vereidigung die Hand zum Hitler-Gruß, ein dritter nannte sich James Bond.

Mehr als 50 Zuschauer und Zeugen, darunter ein Rechtsanwalt, wurden wegen lauten Lärmens und anderer Disziplinlosigkeiten vorübergehend festgenommen. Mittlerweile hat die Regierung das Gesetzesprojekt mißbilligt, da es die Grundrechte der Rede- und Meinungsfreiheit bedrohe.