Ein Jahr nach dem Frieden von Dschidda, der kaum länger als drei Monate vorhielt, haben Vertreter Präsident Nassers und König Feisals in Kuweit einen neuen Friedensplan für den Jemen entworfen. Der Kern des Entwurfs: Truppen aus dem Sudan und Kuweit sollen das ägyptische Expeditionskorps (40 000 bis 70 000 Mann) ablösen, das die Republikaner vor einer Niederlage im Bürgerkrieg gegen die Royalisten bewahrt hat.

Zur Überraschung über den unerwarteten Vorfrieden gesellte sich alsbald die Skepsis. Kairo will nämlich die republikanischen "Errungenschaften" sichern und die Familie des Imams nicht an die Macht zurückkehren lassen.

Nasser kann seine Truppen ohnehin nicht abberufen, da im republikanischen Lager ein Machtkampf ausgebrochen ist. Ägyptische Panzer mußten Staatspräsident Sallal vor der Verhaftung durch Truppen General Amris, des Premierministers, schützen. Außerdem braucht Nasser den Jemen als Sprungbrett für Infiltrationen im britischen Protektorat Südarabien. Die Lage hat sich verschärft: Nach neuen Attentaten in Aden ließ Südarabien die Grenze zum Jemen schließen und den Handel unterbinden.