Milovan Djilas, einst jugoslawischer Vizepräsident, Freund Titos und politischer Schriftsteller (Die neue Klasse) hat im Gefängnis eine 300-Seiten-Novelle (Die verlorenen Schlachten) vollendet und John Miltons "Paradise Lost" ins Serbo-Kroatische übersetzt. Der 55jährige Linkssozialist, 1962 zu neun Jahren Haft verurteilt, arbeitet jetzt an einem historischen Roman Welten und Brücken.

Mustafa Amin, ehemals Chefredakteur des Kairoer Massenblatts Al-Achbar und Vertrauter Nassers, wurde wegen Beziehungen zum CIA und Devisenschmuggels zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurteilt. In seinem Schlußwort bekannte er sich unschuldig.

Konrad Adenauer liest zur Zeit die Korrekturen des zweiten Bandes seiner Memoiren, der im November erscheinen soll. Aus Familienkreisen ist zu hören, daß der 90jährige in seinem Leben etwa 8000 Kriminalromane gelesen hat.

Kwame Nkrumah, Ex-Präsident von Ghana, zögert noch, das Angebot seines Freundes Sekou Touré anzunehmen, der ihn als Chefdelegierten Guineas in die UN entsenden will.

Ewald Bucher, Bundeswohnungsbauminister, lebt in Bonn, wie jetzt ans Licht kam, in einer Drei-Zimmer-Dienstwohnung "nach den Maßen des sozialen Wohnungsbaus". Mietpreis: 215,– Mark. Er würde "gern" einen höheren Preis, zahlen.

Alexej Adschubej, Schwiegersohn Chruschtschows und Ex – Chefredakteur der Iswestija, gab in der satirischen Zeitschrift Krokodil sein Debüt als Erzähler.

Muhammed Ali alias Cassius Clay, Boxschwergewichtsweltmeister, ersuchte um Befreiung vom Dienst in der US-Armee; Grund: Er sei als Priester der "Schwarzen Muslims" unabkömmlich.