Mehr Geld, weniger Arbeit

Seit der Gründung der EWG im Jahre 1958 ist in der Bundesrepublik das jährliche reale Nettoeinkommen der Industriearbeiter um 50 Prozent gestiegen. In allen anderen Ländern wuchs das Realeinkommen langsamer. In Italien betrug die Zunahme rund 20 Prozent, in Luxemburg 25, in Belgien 30, in Frankreich 35 und in Holland 40 Prozent. Die Bruttostundenverdienste erhöhten sich in der gleichen Zeit innerhalb der EWG um durchschnittlich 80 Prozent. Mit einer Steigerung um 90 Prozent lag die Bundesrepublik auch hier wieder vorn. Gleichzeitig sank die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit um 4 auf 44 Stunden in der deutschen Industrie am stärksten.

Schlußlicht Großbritannien

Nach Ansicht von Sachverständigen der OECD wird die englische Wirtschaft im laufenden Jahr mit einer Zunahme des realen Sozialproduktes um 2 Prozent an letzter Stelle unter den Mitgliedsländern dieser Organisation stehen. Das ist kein Grund zu irgendwelcher Schadenfreude, denn die Bundesrepublik liegt bei dieser Prognose mit 4 Prozent auf dem vorletzten Platz. Bei Italien rechnet man mit 4,5 Prozent, Frankreich 5 Prozent, den USA 6 und Japan 7,5 Prozent. Alle diese Länder schneiden damit 1966 besser ab als 1965, und nur die Bundesrepublik muß einen Rückgang des wirtschaftlichen Wachstums hinnehmen.

Beistandspakt der Fluggesellschaften

Um sich vor den wirtschaftlichen Folgen eines Streiks zu schützen, haben acht amerikanische Luftverkehrsgesellschaften einen Beistandspakt geschlossen. Danach müssen die Gesellschaften, die von einem Streik nicht betroffen werden, die Mehreinnahmen, die sie als Folge des Streiks erzielen, an die betroffenen Fluggesellschaften überweisen. Für die Ausfälle durch den Mechanikerstreik muß beispielsweise die Pan American rund 7 Millionen Dollar an die bestreikten amerikanischen Gesellschaften überweisen. Da diese Summe noch nicht ausreicht, um ein Viertel der Verluste zu decken, muß Pan American laut Vertrag nochmals ein halbesProzent ihrer Betriebseinnahmen von 1965 überweisen. Die gleiche Verpflichtung trifft die anderen vier Gesellschaften, die von dem Mechanikerstreik nicht betroffen waren.

Optimismus bei General Motors

Die amerikanische General Motors Corporation hat für das dritte Quartal 1966 eine Dividende von 85 Cent je Aktie angekündigt, das sind 10 Cent mehr als im Vorjahr. Für die ersten neun Monate beträgt die Dividende insgesamt 3,05 Dollar je Aktie. Sie liegt damit trotz des geringeren Ertrages und der gesunkenen Umsätze im zweiten Quartal noch am fünf Cent über der Vergleichsdividende des Vorjahres. Die hohe Ausschüttung unterstreicht die optimistischen Erwartungen des größten Unternehmens der Welt für die zweite Hälfte des Geschäftsjahres.