Unerwartet schnell sind die Kontaktgespräche zwischen Großbritannien und Rhodesien abgebrochen worden. Die Hoffnungen auf einen Verhandlungserfolg noch vor Beginn der Commonwealth-Konferenz sind zunichte geworden. –

Die britischen Unterhändler wurden angeblich zurückgerufen, weil der Ministerpräsident der weißen Rebellen, Ian Smith, während der Geheimbesprechungen dem Parlament in Salisbury den Entwurf eines Gesetzes vorlegte, das ohne Ausnahmezustand die vorbeugende Verhaftung verdächtiger Personen erlauben soll.

In diesem Punkt sind die Engländer besonders empfindlich. Bei der Unabhängigkeitserklärung hatten die weißen Rhodesier die Menschenrechte noch nicht angetastet. Mit den jetzt nötigen Verfassungsänderungen zeigte das Regime Smith an, daß es die Herrschaft der 270 000 Weißen über die vier Millionen Schwarzen des Landes stabilisieren will. Offensichtlich wollte es mit dem Gesetz jedoch eher den Radikalinskis im eigenen Lager imponieren als der Legierung Wilson einen Knüppel zwischen die Beine werfen.

Der Austritt Sambias aus dem Commonwealth läßt sich jedoch jetzt kaum noch aufhalten. Noch in diesem Monat zieht England seine neun Düsenjäger und die 500 Soldaten zurück, die seinerzeit auf Ersuchen Präsident Kaundas nach Sambia verlegt worden, waren. Offiziell heißt es in London, der Unterhalt der Staffel (monatlich mehr als zehn Millionen Mark) sei auf die Dauer zu teuer gewesen. Die Sambesen jedoch werfen den Engländern vor, sie hätten sich nur mit einer symbolischen Geste um die weitaus größeren Kosten eines Krieges mit Rhodesien herumgedrückt Man könne sie folglich ganz entbehren.