t? eurteilen Sie doch selbst, ob das, was wir - machen, kunjunkturgerecht ist oder nicht " Damit begründete — oder entschuldigte — das nebenamtliche Vorstandsmitglied der Flughafen auf Deutschlands größtem Flughafen "RheinVom generellen Standpunkt des Maßhaltens aus ist es wahrlich nicht konjunkturgerecht. Aus dem Blickwinkel der weit über Durchschnitt expandierenden internationalen Luftfahrt ist es notwendig. Deutschland und vor allem Frankfurt müssen mitziehen, wollen sie ihre Position international erhalten. Immerhin hat sich der zentrale deutsche Flughafen eine sichere dritte Position in Europa erobert.

In diesem Jahre rechnen die Experten in Frankfurt wiederum mit einer Zunahme um weit über 800 000 Passagiere. Damit käme "Rhein Main" auf gut 5 7 Millionen. Fluggäste, die innerhalb eines Jahres durch die schon recht eng gewordenen Abfertigungsschalter geschleust werden müssen. Weit ist Frankfurts Flughafen über die Zahlen hinausgeschossen, mit denen die Sachverständigen noch vor einigen Jahren, laborierten. Seinerzeit wurde geplant, Frankfurt für eine Jahreskapazität von 8 Millionen Passagieren auszubauen. Die große neue Empfangsanlage, vorgesehen auch für die "Jumbo Jets" genannten Großflugzeuge der Zukunft unddie Überschalldüsenfiugzeuge sollte ursprünglich im Höchstfall 300 Millionen Mark kosten. Damit werde man nun wohl nicht auskommen, räumte der Wiesbadener Staatssekretär ein. Denn in der Zwischenzeit mußte die Planung auf eine Jahreskapazität von 12 Millionen Fluggäste umgestellt werden. Flughafendirektor Rudolf Lange will außerdem noch ein neues Luftfrachtzentrum für etwa 120 Millionen Mark errichten lassen.

Im letzten Jahre wurden unter, auf und über dem Flughafengelände für 38 9 Millionen Mark investiert. In diesem Jahre werden es nahezu 70 Millionen Mark sein. Bisher konnte "RheinMain" die gewaltigen Bauvorhaben ohne wesentliche Kreditaufnahme durchführen. Die drei Aktionäre — Bund, Land Hessen und Frankfurt — mußten in die Tasche greifen und das Kapital ihrer modernen Verkehrsanlage wiederholt aufstocken. Zum Jahresende stehen nochmals zwei Kapitalerhöhungen um jeweils 12 Millionen Mark an.

Mehr als vorgesehen konnten bisher die Abschreibungen zur Finanzierung der Investitionen tierangezogen werden, denn der Frankfurter Flughafen verdient gut, er kann sich hohe Abschreibungen leisten. Dennoch, unterstrich Krauß mit säuerlichem Lächeln, rücke der Zeitpunkt näher, da der Kapitalmarkt in Anspruch genommen werde müsse. Spätestens im Sommer 1967 wird die Flughäfenverwaltung, da Anleihen voraussichtlich nicht möglich sein werden, die ersten jchuldscheindarlehen auflegen eb