Ein neues Verfahren zum Anbau von Tomaten, das englische Gartenbauwissenschaftler entwickelten, liefert einen dreimal höheren Ertrag pro Fläche als die bisher üblichen Methoden. Trotz der beträchtlich größeren Ernte ist der Arbeitsaufwand geringer als beim konventionellen Tomatenanbau.

Normalerweise tragen Tomatenpflanzen eine ganze Reihe von Fruchtständen, die nacheinander reifen. Bei dem neuen Verfahren wird jeder Tomatenpflanze nur ein einziger Fruchtstand belassen. Der Gärtner kappt die Pflanzen dicht über dem Fruchtbüschel und schneidet auch alle Seitentriebe heraus.

Die Pflanzen bleiben klein – sie erreichen nur eine Höhe von etwa 45 Zentimetern. Die Forscher am Gewächshauskulturen-Forschungsinstitut in Littlehampton in der Grafschaft Sussex, die das Verfahren entwickelten, pflanzen die Tomatensämlinge daher sechsmal dichter als sonst üblich. Die Kultur erfolgt in langen Kunststoffrinnen, die mit Erde gefüllt sind. Wasser und Nährstoffe erhalten die Pflanzen durch einen perforierten Schlauch am Boden der Rinne.

Während sich die Ernte normalerweise über mehrere Wochen hinzieht, reifen bei dem neuen Verfahren alle Früchte gleichzeitig. Die abgeernteten Pflanzen werden durch neue Sämlinge ersetzt.

Der Anteil der Früchte erster Qualität an der Gesamternte beträgt bei Gewächshaustomaten gewöhnlich 60 bis 65 Prozent. Die Forscher in Littlehampton ernteten 90 Prozent Qualitätsfrüchte. E. L.