Die Bundesregierung hat sich endlich dazu aufgerafft, dem Unfug mit den Werbungskosten für Fahrten im eigenen Kraftfahrzeug zwischen Wohnung und Arbeitsplatz ein Ende zu bereiten. Trotzdem wird dieser vernünftige Entschluß mannigfachen Protest auslösen. Hoffentlich lassen sich davon weder die Regierung noch das Parlament beirren, wenn es darüber zum Schwur kommt. Schließlich ist die jetzt geltende Regelung weder sinnvoll noch gerecht.

Sinnvoll ist sie deswegen nicht, weil zu allen anderen Anreizen, das unwirtschaftliche eigene Automobil im Straßengewühl der Städte den öffentlichen Verkehrsmitteln vorzuziehen, ein weiterer hinzutritt. Daß dieser Anreiz sich als Verkaufsargument der Automobilhändler bewährt, ist kaum als Argument für die parlamentarische Diskussion geeignet.

Gerecht ist die heute geltende Regelung deswegen nicht, weil sie den Fußgänger, den Radfahrer und denjenigen benachteiligt, der die öffentlichen Nahverkehrsmittel benutzt. Die Kosten für die Benutzung dieser Verkehrsmittel sollen künftig als Maßstab für eine Werbungskostenpauschale dienen. Soll diese Pauschale indessen nicht zu neuen Ungerechtigkeiten führen, dann muß allerdings auch Vorsorge getroffen werden, daß sie ebenfalls für Selbständige gilt; und verhindert muß natürlich auch werden, daß sie nicht auf Umwegen in der Lage sind, ihre Privatfahrten als Geschäftsunkosten und damit als Werbungskosten zu verbuchen. j. e.