Mit Zustimmung des Bundeskanzlers ernannte Bundesverteidigungsminister Kai-Uwe von Hassel die Generale Ulrich de Maiziere zum Generalinspekteur der Bundeswehr und Josef Moll zum Inspekteur des Heeres. In Bonn kündigte der Bundesverteidigungsminister die vorzeitige Pensionierung älterer und die Beförderung jüngerer Luftwaffengenerale an. Bei der Bundesmarine nahm die Zollfahndung Ermittlungen in Küchen und Kantinen auf. Ein dänischer Kapitän ließ geheime NATO-Dokumente in Kopenhagen an einem Würstchensfand liegen.

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In Washington wurde die Verlegung des Hauptquartiers der US-Streitkräfte in Europa von Camp des Loges in Frankreich nach Stuttgart bekanntgegeben. Im Schiffahrtskanal von Saigon sank ein auf eine Viefcong-Mine gelaufener amerikanischer Frachter. Das Internationale Rote Kreuz ersuchte Südvietnam um humane Behandlung der gefangenen Vietcongs. „Friedensengel“ Barbara Pleyer schritt barfuß in einem weißen Gewand als „Friedensstifterin des Himmels“ durch die Straßen von Saigon. Eine mit einem Russen verlobte Redakteurin der „Frankfurter Rundschau“ wurde während einer privaten Reise in der Sowjetunion wegen „subversiver Tätigkeit“ verhaftet.

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In einer Marathon-Sitzung erreichte das Kabinett eine Kürzung des nächsten Bundeshaushalts um nur 100 Millionen Mark auf knapp 74 Milliarden. Die Juli-Außenhandelsbilanz schloß mit einem Rekord-Überschuß von 921 Millionen Mark. Die britische Regierung untersagte die Zahlung von Weihnachtsgratifikationen und die Gewährung von Zusatzurlaub.

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Daimler-Benz und das Volkswagen-Werk gründeten die „Deutsche Automobil-Gesellschaft“. Im ersten Halbjahr 1966 kamen 13 Prozent weniger Gastarbeiter in die Bundesrepublik als in der Vergleichszeit des Vorjahres. Bundeskanzler Ludwig Erhard und Außenminister Schröder unternahmen Besuche in Oslo und Stockholm. Willy Brandt und Herbert Wehner zeigten sich desinteressiert an einer Großen Koalition unter Erhard, Zur Eröffnung des neuen israelischen Parlamentsgebäudes reiste Bundestagspräsident Eugen Gerstenmaier nach Jerusalem.