Nach Abschluß der großen Erweiterungsinvestitionen wird sich die Eternit AG, Berlin, nunmehr der Verbreiterung des Produktionsprogramms, vor allem für den Hochbau, widmen. Mit Dachkonstruktionen aus dem Asbestzement-Material Eternit will man unter dem Markennamen „Berliner Welle“ den Wohnungsbau erobern. Man hofft, das Programm so weit fächern zu können, daß konjunkturelle Rückschläge in Teilbereichen der Bauwirtschaft nicht gleich das ganze Unternehmen treffen müssen. Bis jetzt haben sich die Liquiditätsverknappungen der öffentlichen Hände erst auf die Produkte für den Tiefbau ausgewirkt.

Noch ein anderes Ziel steht bei den Investitionen, die nun auf jährlich 7,5 Millionen Mark schrumpfen werden, im Vordergrund: die Verbesserung der technischen Produktionsmittel. Den von der Lohnseite her drohenden weiteren Kostenbelastungen soll ausgewichen werden. Zwei Werke, die kostenungünstig lagen, wurden stillgelegt, ein modernes Werk in Heidelberg-Leimen übernimmt den Produktionsausgleich. Mit den geringeren Investitionen wird natürlich auch der Finanzbedarf des Unternehmens kleiner. In der Bilanzierung wird sich daher wohl in den nächsten Jahren eine Konsolidierung der eigenen Mittel anbahnen, denn bisher ist die Gesellschaft mit einem Fremdkapitalanteil auf der Passivseite von rund 65 Prozent noch arg verschuldet, wenn auch die Gläubiger weitgehend zum Kreis der europäischen Eternit-Gesellschaften gehören dürften. W. P.