Nguyen Tuong, der Soncerbevollmächtigte Nordvietnams in Kambodscha, überbrachte dem französischen Staatspräsidenten de Gaulle vorige Woche eine Botschaft Ho Tschi Minhs. Irhalt der Botschaft: Hanoi wolle fortan nicht mehr darauf bestehen, daß die amerikanischen Truppen vor Aufnahme von Friedensverhandlungen erst Südvietnam räumen müßten. Es genüge, wenn Washington verspreche, seine Truppen innerhalb von zwei bis drei Jahren zurückzuziehen. Allerdings könne Hanoi von zwei Vorbedingungen für den Frieden nicht abgehen:

l. Die Bombenangriffe gegen Nordvietnam müßten aufhören.

2. Das Militärregime des Generals Ky in Saigon müsse abtreten.

Am anderen Tag hielt de Gaulle im Nationalstadion von Pnom Penh seine mit Spannung erwartete Vietnam-Rede. Er gab sich noch härter als Hanoi: Verhandlungen sollten erst eröffnet werden, wenn sich Amerika vorher verpflichtet habe, „seine Streitkräfte in einer angemessenen und festgelegten Zeitspanne“ zurückzuführen. Später fügte er als eine Bedingung noch hinzu: eine international garantierte und kontrollierte Neutralität Vietnams.