Reich an Worten, aber arm an Inhalt war die Mitteilung des Bundeswirtschaftsministeriums über das neunte Kapitalmarktgespräch. Die Lage am Rentenmarkt ist praktisch unverändert; und die Aussichten auf baldige Besserung sind auch nicht günstig, da die Sparer in diesem Jahr kaum so viel wie 1965 auf die hohe Kante legen dürften. Aber die an Kreditmitteln interessierten öffentlichen Stellen sind schon bescheiden geworden: sie sprechen von einer Beruhigung der Zinsbewegungen, weil die Durchschnittsrendite der Rentenwerte von 8,3 auf 8,2 Prozent zurückgegangen ist.

Immerhin, der Kapitalmarkt soll weiter geschont werden. Aber das ist wohl weniger besserer Einsicht zu danken, als der Kapitalmarktdürre, die dazu zwingt. Und wenn die Länder versichern, die von ihnen als Kreditbedarf für 1967 angemeldeten 4,3 Milliarden Mark seien lediglich als „Bedarfsanforderung“ anzusehen, die den realen Möglichkeiten angepaßt, d. h. zusammengestrichen werden könnte, so steht dem die Ankündigung von Niedersachsens Finanzminister Kubel entgegen, daß er 400 Millionen Mark Kredit brauche, ganz gleich in welcher Verfassung der Markt sei. Und vielen Gemeinden steht das Wasser am Hals.

Unter diesen Umständen erscheint der zur Schau getragene amtliche Optimismus nicht viel mehr als der Versuch, den kranken Kapitalmarkt nun gesundzubeten. ehk