Im Verlauf der letzten zehn Jahre hat die Inflation in allen Ländern am Geldwert genagt. Bei Spanien und der Türkei kann man dabei kaum noch von einer schleichenden Inflation sprechen. Das Geld verlor dort innerhalb dieser relativ kurzen Zeit mehr als die Hälfte seiner ursprünglichen Kaufkraft. Die größte Währungsdisziplin haben auf der anderen Seite die USA, Schweiz, Belgien und die Bundesrepublik bewiesen. Dabei verbergen die Durchschnittszahlen allerdings die Tatsache, daß die Stabilität der Währung auch in diesen Ländern in den letzten Jahren zu wünschen übrig ließ. Das gilt besonders für die Bundesrepublik. Hier hat der Kaufkraftschwund im vergangenen Jahr zeitweise mehr als 4 Prozent erreicht. Die hohen Kosten des Vietnam-Krieges und die ehrgeizige Sozialpolitik von Präsident Johnson haben in den USA ebenfalls in jüngster Zeit zu erheblichen Preissteigerungen geführt. Hat aber nun die Inflation, von der kein Land gänzlich verschont blieb, das Wachstum der Wirtschaft und die Zunahme des allgemeinen Wohlstandes gefährdet? Ein eindeutiger Zusammenhang scheint nicht zu bestehen. Man kann nur soviel sagen, daß es wirtschaftliches Wachstum ohne gleichzeitigen Kaufkraftverlust der Währungseinheit in keinem Land gegeben hat. Andererseits ist eine hohe Inflationsrate offensichtlich noch keine Garantie für eine kräftige Aufwärtsentwicklung des Sozialprodukts.