Noch haben die Handelsgespräche mit Moskau nicht begonnen, da zeigt sich in Westberlin, daß man mit Geschick auch die politischen Klippen umschiffen kann. Die Sowjetunion ist offiziell Gegner der sogenannten „Berlin-Klausel“, die besagt, daß in den Geltungsbereich des Handelsvertrages zwischen der Sowjetunion und der Bundesrepublik automatisch auch Westberlin miteinbezogen ist. Aber es geht auch anders.

Wie immer es die Russen auslegen mögen, im Westberliner Europa-Center hat eine Ausstellung sowjetischer Lebensmittel stattgefunden, die für den Export in die Bundesrepublik ausdrücklich ausgewählt worden sind. Moskau möchte mit Spezialitäten der Ernährungswirtschaft zur Belebung des Warenaustausches beitragen, mit Kaviar und Krimsekt, Wodka und Wein, Fisch- und Obstkonserven, um nur einiges zu nennen.

Die Ausstellung war ein Erfolg. Das Moskauer Außenhandelsunternehmen „Prodintorg“ wird zufrieden sein können. Gewiß war es keine Messe, auf der die Bestellungen sofort in den Büchern festgehalten werden; aber das Interesse, das man in Westberlin den russischen Leckerbissen entgegenbrachte, zeigt, daß man hier auf einem guten Wege zur Entspannung ist. Und wie könnte man wohl besser entspannen, als bei einem herzhaften Bissen Kaviar und einem guten Schluck Krimsekt. Also, na sdorowje! wp