Clemens E. Benda: Der Mensch im Zeitalter der Lieblosigkeit; Furche-Verlag, Hamburg; 224 Seiten, 4,80 DM

Die Sexualität – neckisch: Sex genannt – regiert die Stunde. Schlechte Zeiten für die Liebe. Der Titel des Bendaschen Buches ist ein Köder. Die Lieblosigkeit ist nicht das Thema, sondern der „Ausgangspunkt der Diskussion“ – wie der Autor in seinem Vorwort richtig sagt. Das Thema ist vielmehr „Der Mensch“. Und sein Kernpunkt: der Mensch ist nicht durch den Inhalt seines Denkens und Fühlens bestimmt, sondern durch die Haltung, mit der er der Welt und dem Leben begegnet. Das Unbewußte, Krankheit, Schicksal, Selbsterkenntnis werden analysiert und in Zusammenhang gebracht. Es gibt rührende, geradezu romantische Stellen: „Der Mensch, den wir fordern, ist also das Produkt einer Gesellschaft, in der die Liebe als ein zentraler Wert aller menschlichen Beziehungen angesehen wird.“ Man kann sich die Gesichter unserer Politiker vorstellen, wenn sie lesen oder hören, daß ein Philosoph „fordert“. b.

Durch ein Versehen ist bei der Besprechung des Buches „Vom Reich der Mitte zu Mao Tse-tung“ von Lily Abegg der Name des Rezensenten ausgefallen. Die Besprechung hatte Botschafter a. D. W. O. v. Hentig geschrieben.