Ein neues Ziel für Europas Musikfreunde: Vom 10. bis 16. September wird in Thorn und Bromberg erstmals das „Festival de la Musique Ancienne des Pays de l’Europe Centrale et des Pays de l’Est de l’Europe“ veranstaltet. Die deutschsprachige Monatsschrift „Polen“ befragte den Direktor der Philharmonie von Bromberg, Andrzej Szwalbe, über Gründe, Pläne und Details des Unternehmens. Er nannte es das wichtigste Ziel der Musiktage und des angeschlossenen internationalen Kongresses, „zu beweisen, daß entgegen den in der westeuropäischen Musikwissenschaft verbreiteten Ansichten das Musikschaffen unserer Länder voll und ganz verdient, als Mitschöpfer der europäischen Musikkultur und tradition angesehen zu werden“. Vor allem werde das Festival, das eine Übersicht über die alte Musik Polens, der Tschechei und Slowakei, Rußlands, der Ukraine, Kroatiens, Serbiens, Sloweniens, Rumäniens und Ungarns geben soll, die „zahlreichen Bande zwischen der west- und osteuropäischen Musik dokumentarisch beweisen“. Das Programm, das die Züge polnisch-slawischen Stolzes zur Zeit der diesjährigen Tausendjahrfeiern trägt, ist weitgespannt: Musikwissenschaftler in vielen Ländern bereiten Uraufführungen vor, darunter mittelalterliche serbische Hymnen, altrussische Lieder von Fjodor Kjestianin aus dem 16. Jahrhundert, nachbarocke Vokalkonzerte von Bortnianski und Auszüge aus Opern im Nationalstil.

B.J.