Harold Rasch, Klaus Westrick: Wettbewerbsbeschränkungen, Kommentar zum Kartell- und Monopolrecht, 3., erw. Auflage; Verlag Neue Wirtschafts-Briefe, Herne, Berlin 1966; 568 Seiten, 60 DM.

Der Unternehmer muß heute bei seinem Verhalten im Wettbewerb nicht nur die Bestimmungen des nationalen Rechts, sondern auch das gemeinsame Recht der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft beachten. Beide Rechtsordnungen stehen heute schon gleichberechtigt nebeneinander. Die Unwirksamkeit eines Vertrages, der eine Wettbewerbsbeschränkung zum Ziel hat, tritt nicht nur dann ein, wenn er gleichzeitig gegen EWG-Recht und innerstaatliches Recht verstößt, sondern bereits bei Kollision mit einem der beiden Rechtsgebiete. Der Überblick über das an sich schon nicht einfache Wettbewerbsrecht wird durch dieses Nebeneinander nicht gerade erleichtert.

Zu den Vorzügen des Kommentars gehört daher nicht zuletzt, daß die Neuauflage nicht nur die deutschen Gesetze, Rechtsverordnungen und Bekanntmachungen zum Kartellrecht enthält, sondern auch die Texte der geltenden europäischen Bestimmungen wiedergibt und kommentiert. Zu den übrigen Erweiterungen des Werkes von Rasch und Westrick gehören die Einarbeitung der Kartellgesetznovelle vom 1. Januar 1966 und die eingehende Berücksichtigung der verfahrensrechtlichen Fragen bei Rechtsstreitigkeiten eines Unternehmens mit den Kartellbehörden.

Der vorliegende Band bestätigt wieder einmal, daß wissenschaftlich einwandfreie Kommentare nicht unbedingt so geschrieben sein müssen, daß sie für den interessierten Laien unverständlich bleiben. Er ist daher nicht nur für Juristen, sondern auch für den kaufmännisch ausgebildeten Unternehmer ein brauchbarer Ratgeber. mj