Fünfzehn fleißige Mitglieder des Verkehrsausschusses des Bundestages haben sich ein Lob verdient. In ihren (Parlaments-)Ferien ließen sie sich auf schwankenden Planken über aktuelle Probleme der deutschen Seewirtschaft informieren.

Gastgeber war das Präsidium des Verbandes Deutscher Reeder, das sich bei dieser Gelegenheit – zum erstenmal wieder nach neun Jahren – seine Sorgen von der Seele reden konnte. Tenor der gemeinsamen Presseerklärung: „Staatliche Subventionen in fremden Ländern sollen durch eine fiskalische Unterstützung in der Bundesrepublik ausgeglichen werden ... Haushaltsansätze in angemessener Höhe sind für die Fortführung vorgesehener Schiffbauprogramme notwendig.“

Die deutschen Reeder haben offensichtlich keinen sehr guten Draht zu den Wettergöttern der Bonner Konjunkturpolitik. Ein unfreundlicher Wind vom Rhein, verursacht durch die prekäre Finanzlage, wird viele ihrer Forderungen vom Tisch fegen.

Ihre Kollegen in Frankreich und Italien haben es besser; sie brauchen ihre Ferien nicht zu opfern, um einem parlamentarischen Verkehrsausschuß Anschauungsunterricht in Wettbewerbspolitik zu geben. Sie sitzen in halbstaatlichen Reedereien und können der staatlichen Hilfe gewiß sein.

c.b.