Führerscheine...

Neben den Holländern genießen die Belgier den Ruf, die schlechtesten Autofahrer Europas zu sein. Das eigenwillige Verkehrsverhaken unserer westlichen Nachbarn wird sich auch im nächsten Jahr kaum bessern. Zwar hat die belgische Regierung ab 1. Januar 1967 den Führerschein für jeden Kraftfahrer als obligatorisch erklärt, eine Prüfungspflicht ist jedoch nicht vorgesehen. Für eine Gebühr von zwanzig Mark erhält, wer 21 Jahre alt ist, einen Führerschein. Fahrkünste oder Kenntnis auch nur der primitivsten Verkehrsregeln werden nicht getestet. Die Versicherung, man könne fahren und habe weder geistige noch körperliche Gebrechen, genügt. Von der Führerscheinpflicht profitiert einzig und allein der Staatssäckel.

In Frankreich wurden 1965 rund 900 000 neue Führerscheine ausgestellt. Aber zwei Millionen Prüflinge bewarben sich um die Fahrerlaubnis. Das ergibt eine Durchfallquote von über 50 Prozent. In Deutschland fallen jeweils nur etwa 25 Prozent der Bewerber durch.