Damit es kein Mißverständnis gibt, neu ist der VW-Käfer mit einem 1,5-Liter-Motor, nicht etwa der bekannte „große“ VW mit dem Stufenheck, dessen negative Beurteilung durch die inzwischen eingegangene Testzeitschrift DM seinerzeit soviel Staub aufgewirbelt hat. Aber auch der Käfer hatte sich in der letzten Zeit einiges am Zeuge flicken lassen müssen, Sachliches und Unsachliches wie etwa von dem amerikanischen Rechtsanwalt Nader.

Zwei der umstrittensten Punkte dieser Kritik hat das Wolfsburger Werk jetzt gegenstandslos gemacht: die geringe Stabilität in den Kurven und die Türschlösser. Die Türschlösser halten jetzt auch den schärfsten US-Sicherheitsbestimmungen stand. Für die bessere Kurvenlage war etwas mehr Aufwand notwendig. Einmal wurde die Spurweite der Hinterräder fast sechs Zentimeter breiter gemacht, zum anderen wurden weichere Federstäbe mit einer Ausgleichsfeder kombiniert, so daß die Belastung des bisher zum Wegwischen neigenden Hecks verringert wurde.

Auf einer kurzen Testfahrt von etwa 60 Kilometern zeigte sich der neue, stärkere Käfer von einer guten Seite. Trotz eines böigen und starken Windes blieb das Unsicherheitsgefühl aus, das man bisher bei den alten Volkswagen hatte. Dabei führte der Weg über die Autobahn, asphaltierte Landstraßen und Kopfsteinpflaster.

Befürchtungen, der stärkere Motor werde – wie bei vielen anderen Wagen – dazu benutzt werden, eine neue Höchstgeschwindigkeit herauszukitzeln, für die die alte Käferform nun wirklich nicht mehr auslangt, blieben erfreulicherweise unbestätigt. Bei drei Testwagen wurden übereinstimmend Höchstgeschwindigkeiten zwischen 128 und 131 Kilometer gestoppt, also nur drei bis sechs Kilometer in der Stunde mehr als beim alten Modell. Dafür ist die Beschleunigung im dritten Gang erheblich besser geworden; mühelos läßt er sich bis auf 100 Stundenkilometer ausnutzen. Einen Schönheitsfehler gibt es aber immer noch: Der dritte Gang liegt so weit vorn, daß man als großer Fahrer sich entweder weit nach vorn beugen oder den Sitz so weit nach vorn schieben muß, daß die Armhaltung beim Steuern keineswegs ideal ist. Einziges Hilfsmittel: den Schalthebel verkürzen.

Äußerlich unterscheidet sich der neue VW gegenüber seinen alten Brüdern nur durch zwei Kleinigkeiten. Einmal trägt er am Heck den Schriftzug VW 1500, zum anderen ist die Motorhaube unterhalb der Nummerschildbeleuchtung etwas nach außen gebeult, damit das polizeiliche Kennzeichen jetzt steiler steht; eine Forderung der Amerikaner, die gleich für sämtliche Wagen dieses Typs übernommen wurde.

Die innere Sicherheit wurde durch neue Knöpfe am Armaturenbrett und Kurbeln aus schwarzer Weichplastik verbessert, die sicherlich nicht schön, aber zweckmäßig sind. Die Vordersitze wurden durch eine Verriegelung festgestellt, so daß sie bei plötzlichem Bremsen nicht nach vorn klappen können. Zweifellos eine zweckmäßige Einrichtung, auch wenn manche sich am Hantieren mit den Hebeln etwas stoßen.

Wolfgang Müller-Haeseler