Im ersten Fernsehprogramm war am Sonntag eine ausgezeichnete Sendung von Max Rehbein über jene Gesellschaft zu sehen, die man auch in Frankreich die „gute“ nennt. (Und „bon“ heißt zugleich „richtig“). Nicht nur, daß dieser Filmbericht des NDR in glanzvollen Bildern die Schlösser der Finanz- und Industrie-Aristokratie strahlen ließ, die sich mit „echten“, mit hocharistokratischen Familien oft vermischt hat, es wurde zugleich gezeigt, wie intelligente, charakterfeste Sprößlinge aus „normalen“ Häusern durch die „Grandes Ecoles“ dazu geschult werden, sich der Elite einzureihen, die in Frankreich regiert.

Schon früher gelang Rehbein ein ähnlich schöner und aufschlußreicher Bericht über die englische Society, während ein Film über die deutsche „Elite“ mehr oder weniger mißlang – kein Wunder, da eine einigermaßen einheitliche Führungsschicht bei uns nicht mehr existiert. In England öffneten sich ihm, wie Rehbein sagte, die „feinen Kreise“ lässig und leicht; man fragte sich amüsiert, was bei diesem Porträt herauskommen werde. In Frankreich erschlossen sie sich erst sehr zögernd nach persönlichen Empfehlungen und zeigten sich dann um so bezaubernder in Politesse und Charme. – Jetzt will Rehbein es mit der Oberschicht eines autoritär geführten Landes probieren. Er hat eine Zusage aus – Ungarn. M-M