Zeit ist eine Erfindung der Menschen, Raum ist der Palast der Götter. Max Beckmann

Neues von Mailer

Norman Mailer, das inzwischen nicht mehr ganz jugendliche enfant terrible der amerikanischen Literatur, versteht es, im Gespräch zu bleiben. Noch hat die Welt seinen letzten Roman, den „Alptraum“, nicht ganz verwunden, da erscheint in Amerika bereits ein neues Buch von ihm mit dem Titel „Cannibals and Christians“ (Dial Press, New York). Es enthält Essays, Reportagen, Literaturbesprechungen und Gedichte, die meisten nicht ganz neu, aber doch anstoßerregend wie am ersten Tag. Neu und nicht ganz anstoßerregend genug jedoch ist die eben von Hollywood fertiggestellte Filmversion des „Alptraum“. Denn Mailers ureigenstes Mittel zur Charakterisierung von Menschen, die Aufzählung aller von ihnen ausgehenden und um sie versammelten Düfte, kann selbst mit Hollywood-Einsatz via Leinwand nicht zum Zuge kommen.

Studiert in Deutschland

In der Bundesrepublik studieren zur Zeit 30 232 ausländische Studenten. Das größte Kontingent stellt Persien mit 3580 Studenten, gefolgt von Griechenland mit 3000 und den USA mit 1900 Studenten. Die Studenten aus den Ostblockländern sind weniger zahlreich vertreten, aber immerhin studieren 360 Ungarn, 30 Bulgaren, 25 Tschechen und 10 Russen in der Bundesrepublik. Bevorzugtes Studienfach: Medizin. Wer diese Statistik zu lesen weiß und sich nicht nur über die große Zahl studierender Perser, sondern auch über die nicht existente Zahl von, zum Beispiel, Engländern oder Franzosen wundert, der findet ein trauriges Faktum bestätigt: die Zeiten, da Deutschlands hohe Schulen im Ausland Ansehen genossen, sie sind vorbei.

Viel Lärm um nicht viel

Edinburg hielt in der letzten Woche das erste Auto-Destructive-Happening ab. Mr. Ivor Davies vom Fine Art Department der Edinburger Universität und die Richard Demarco.Gallery starteten eine Art Generalprobe für die Zerstörungsaktion, die in der nächsten Woche im Art Symposium in London ihren Sprengstoff zünden wird. Bei Getöse und Gestank verunglückte die groß geplante Destruktion. Eine fade Ansammlung von kaum lädierten Autos blieb übrig, aber das erwartete große Spektakel blieb leider aus,