Bei Behörden gilt eine Frist nur dann als gewahrt, wenn die Sendung spätestens am Tage des Fristablaufs bei der Behörde eingegangen ist. Auf den Absendetag kommt es also nicht an. Das ist besonders wichtig, wenn man sich im Ausland aufhält und von dort aus eine Sendung an eine Behörde in Deutschland aufgibt. So hat der Bundesfinanzhof erst kürzlich entschieden, daß es sich um eine schuldhafte Fristversäumung handelt, wenn man erst am Tage vor dem Fristablauf aus dem Ausland telegraphiert oder eine andere postalische Sendung aufgibt. Seine Sorgfaltspflicht verletzt derjenige schuldhaft, der aus dem Ausland beispielsweise ein Rechtsmittel telegraphisch einlegt, auch wenn ihm das ausländische Postamt erklärt, daß das Telegramm innerhalb weniger Stunden am Bestimmungsort eintreffen werde und deshalb nicht als dringend aufgegeben werden müsse. Jeder muß damit rechnen, daß bei der Übermittlung Stockungen auftreten können, selbst wenn keine ungewöhnlichen Verhältnisse vorliegen, wie zum Beispiel vor Feiertagen oder großen Festen. Im übrigen muß jeder Auslandsreisende dafür sorgen, daß ein Beauftragter zu Haus die Posteingänge prüft und dringende Rechtssachen auf Grund einer formgerechten Vollmacht erledigt. (Urteil des Bundesfinanzhofs vom 16. 12. 1965 – IV 295/65 – in HFR vom 20. 5. 1966 S. 214.) M. Mielke