Ein Krankenhaus für Fische wurde in Japan eingerichtet. Es ist dem Toba-Aquarium angeschlossen und liegt etwa 300 Kilometer südwestlich von Tokio an der Ise-Bucht.

Der Direktor, Dr. Teruo Kataoka, und seine acht Mitarbeiter behandeln hier Fische, Schildkröten und Delphine, die im Aquarium krank werden, sowie Patienten, die ihnen Fischliebhaber bringen. Da über die Behandlung von Fischkrankheiten noch wenig bekannt ist, müssen die Fischdoktoren ständig experimentieren.

In vielen Fällen helfen die gleichen Medikamente, die kranke Menschen bekommen. Hautkrankheiten zum Beispiel, die von Bakterien ausgelöst werden, behandelt Dr. Kataoka mit Antibiotika. Fische, die in Hungerstreik treten, weil ihnen das Aquariumfutter nicht zusagt, werden mit Stärkungsmitteln und Vitaminpräparaten aufgepäppelt. Schildkröten mit Verdauungsstörungen erhalten verdauungsfördernde Arzneien. Erkälteten Delphinen bringen Medikamente Linderung, die auch unseren Nasen guttun.

Häufig tritt bei Aquariumsfischen eine Krankheit auf, die sich in vorquellenden Augen äußert. Sie galt als Folge ungünstiger Lebensumstände in den Aquarien. Kataoka aber konnte nachweisen, daß sie von einem Bakterium ausgelöst wird. Der Fischarzt stellte fest, daß Augentropfen, die ins Wasser geträufelt werden, die Krankheit heilen.

Kunstgerecht behandelt, Kataoka die Wunden verletzter Fische. Mitunter nimmt er auch chirurgische Eingriffe vor. Die Fische werden betäubt und unter Wasser operiert.

Das wissenschaftliche Hobby des Krankenhausdirektors ist der Versuch, Langusten zu züchten. Im Meer reifen die von Feinschmeckern geschätzten Krebse im Laufe von vier Jahren zur Tafelreife heran. Bisher ist es dem Forscher gelungen, junge Langusten 97 Tage lang in Wasserbecken des Aquariums am Leben, zu erhalten. „Eines Tages“, so hofft Kataoka, „werden wir Langusten züchten, die nichts vom Meer wissen.“ E. L.