Den Schutz von Minensuchern mußte das deutsche Hospitalschiff „Helgoland“ anfordern, um sicher nach Saigon einlaufen zu können. Es war ohnehin eine Seereise mit Hindernissen. Auf Wunsch der Bundesregierung und der Regierung Ky hatte das Deutsche Rote Kreuz den Kapitän angewiesen, erst nach dem 11. September, dem Wahltag in Vietnam, den Hafen anzusteuern. Ein WDR-Reporter an Bord meldete vorige Woche, diese Weisung habe den Kapitän erst nach dem Auslaufen aus Colombo, also 21 Tage nach Reisebeginn, erreicht.

Bei der Order: „Langsam voran!“ blieb es auch dann noch, als mitten auf dem Indischen Ozean bei 38 Grad Celsius die Klimaanlage ausfiel und niemand es mehr unter Deck aushalten konnte. Chefarzt Dr. Nonnemann: „Wir wurden fast wahnsinnig.“ Obwohl die Medikamente verderben konnten, durfte das Schiff nicht hohe Fahrt auf Singapur nehmen. Das DRK erklärte dazu, es habe von dem technischen Defekt nichts erfahren. Die Charterfirma Hadag gab zu, die Meldung „versiebt“ zu haben, doch sei das Verkehrsministerium unterrichtet gewesen.

Dies war nicht die einzige Panne: Dreimal mußte unterwegs das Trinkwasser rationiert werden. (Auf Anweisung des Gesundheitsministeriums war in letzter Minute noch ein 200 Tonnen schweres Feldlazarett verladen worden, so daß für Wasservorräte kein Platz blieb.)

Überhaupt scheint das Unternehmen überstürzt gestartet worden zu sein: Ärzte und Pfleger wurden nur vier Tage lang auf Vietnam vorbereitet. Für Sprachkurse an Bord war keine Zeit, da alle Arzneien und Geräte erst noch ausgepackt werden mußten. Angeblich gab es nicht einmal ein Inventarverzeichnis.